AfW unterstützt Kaffeefahrt-Einschränkungen

Berater von Martin Thaler

Nicht nur Heizdecken, auch Finanzprodukte werden auf sogenannten Kaffeefahrten immer häufiger an die leichtgläubige Kundschaft gebracht. Nun will der Bundesrat hiergegen vorgehen.

AfW-Vorstand Norman Wirth begrüßt einen Gesetzentwurf, der Einschränkungen für Kaffeefahrten vorsieht.

AfW-Vorstand Norman Wirth begrüßt einen Gesetzentwurf, der Einschränkungen für Kaffeefahrten vorsieht. Foto: procontra

„Unseriöse Kaffeefahrten, von denen insbesondere ältere Menschen betroffen sind, stellen trotz gesetzgeberischer Maßnahmen und einer breiten Aufklärung der Verbraucher weiterhin einen verbraucherpolitischen Missstand dar.“ So beginnt ein Gesetzentwurf des Bundesrates, der auf sogenannte Kaffeefahrten abzielt. Schätzungsweise fünf Millionen Deutsche nehmen jedes Jahr an diesen vermeintlichen Bus-Ausflügen teil, die sich im späteren Verlauf als bloße Verkaufsveranstaltungen herausstellen. Laut Medienrecherchen beläuft sich der Umsatz auf diesen Veranstaltungen auf rund 500 Millionen Euro.  

Hierbei werden laut Auffassung des Bundesrates nicht nur Gesundheits- und Ernährungsprodukte „mit aggressiven und irreführenden Verkaufsmethoden“ an die Teilnehmer verkauft, sondern auch zunehmend Finanzdienstleistungen. Deren Vertrieb bedeutet in der Regel einen erheblichen Schaden für die Verbraucher.  

Der Bundesrat spricht sich in seinem Gesetzesentwurf unter anderem dafür aus, Vertriebsverbote für solche Produkte zu erlassen, die sich nicht für den Vertrieb in den sogenannten „Wanderlagern“ (gewerberechtliche Einstufung) eignen.  

Zustimmung vom AfW

Einen Vorstoß, der seitens des Vermittlerverbands AfW auf Zustimmung trifft. „Als Verband, der professionell und im Kundeninteresse agierenden Versicherungsmakler und unabhängigen Finanzdienstleister, welche einer intensiven Regulierung unterliegen, begrüßen wir ausdrücklichen diesen gesetzgeberischen Vorstoß“, erklärte AfW-Vorstand Norman Wirth.

„Verbraucher sind bei Finanzdienstleistungen in besonderem Maße auf eine qualifizierte Beratung und eine von unangemessenen Beeinflussungen freie Entscheidungssituation angewiesen, die bei derartigen Verkaufsveranstaltungen regelmäßig nicht gegeben ist. Auch das bereits vorhandene Widerrufsrecht erscheint bei diesen Konstellationen als stumpfes Schwert.“   Nun bleibt abzuwarten, ob Bundesregierung und Bundestag dem Gesetzesentwurf folgen werden.

Den Gesetzentwurf finden Sie hier.

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