PKV-BAP: Die 4 wichtigsten Kennzahlen für Makler

Berater Top News von Florian Burghardt

1. Das versicherungsgeschäftliche Ergebnis:
Vereinfacht ist das der Betrag, der vom Beitrag der Kunden nach Aufwendungen für Abschlusskosten (Vertrieb), Verwaltung, Schäden (Krankheitskosten) und den Sparanteilen (für Alterungsrückstellungen) am Ende des Jahres verbleibt. Idealtypisch ist das der Betrag, den ein Mathematiker als Sicherheitszuschlag auf die genannten Beitragsteile zurechnet, um ein „Polster“ zu haben. Eine negative Zahl weist auf Probleme mit der Kalkulation hin. Aber auch überdurchschnittlich hohe Zahlen weisen oft auf andere Dinge hin, zum Beispiel Stornogewinne.

2. Die Nettoverzinsung:
Sie gibt an, zu welchem Zins der Versicherer das Geld der Kunden anlegt. Je höher desto besser. Durch die Auflösung von stillen Reserven kann sie allerdings künstlich nach oben korrigiert werden. Deshalb genau auf die Zahlenketten achten. Es muss mindestens der zu Grunde gelegte Rechnungszins erwirtschaftet werden und darüber hinaus möglichst viel Überzins.

3. Die RfB-Quote:
Das sind die RfB-Mittel in Euro im Verhältnis zu den Brutto-Beitragseinnahmen. Die Mittel in der „Rückführung für Beitragsrückerstattung“ zeigen an, wie viel Geld der Versicherer für Verhinderung oder Milderung notwendiger Beitragsanpassungen, Leistungserweiterungen in Tarifen und Beitragsrückerstattungen hat. Gelder aus den RfB-Mitteln verbleiben maximal 3 Jahre und werden dann ihrer Bestimmung zugeführt. Viel Geld deutet eher auf stabile Beiträge oder moderate Anpassungen hin.

4. Die Eigenkapital-Quote:
Das Eigenkapital in Euro im Verhältnis zu den Brutto-Beitragseinnahmen. Eigenkapital ist vereinfacht eine Art „Notgroschen“, der bei unvorhersehbaren finanziellen Engpässen eingesetzt werden kann und dient dem Ausgleich kurzfristiger finanzieller Verluste. Der Nachteil von Eigenkapital ist ein erhöhtes Steueraufkommen. Während Versicherungsvereine diesen „Notgroschen“ nur aus Überschüssen bilden können, sind Aktiengesellschaften in der Lage auch Aktionäre in die Bildung von Eigenkapital einzubinden.

Nicht vorschnell urteilen

Wie Engelhard bereits in einem früheren procontra-Interview erklärte, sollten Vermittler eine Betrachtung einzelner Kennzahlen oder Jahre nicht überbewerten. „Aber Anbieter, deren Kennzahlen sich über Jahre hinweg negativ entwickeln, sind mit Skepsis zu betrachten“, so der PKV-Experte.

Engelhards vollständiges Webinar-Video kann über diesen Link erneut kostenlos angesehen werden. Neben den relevanten Kennzahlen geht er darin auch auf BAP-Hintergrundwissen, Versicherer-Wechsel und gesetzliche Regelungen ein.

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