Ergo: Kommt die Produktoffensive zu spät?

Versicherungen von Florian Burghardt

Mit ihren neuen Tarifen reagieren die Düsseldorfer auf die seit Jahren anhaltende Kundenabkehr von ihren Lebensversicherungsprodukten. In den vergangenen 6 Jahren ist ihr Bestand um über eine Million Policen beziehungsweise fast 20 Prozent zurückgegangen. Doch Joachim Wenning, Chef der Ergo-Mutter Munich Re, will ganz andere Ergebnisse sehen und sagte im Sommer selbstbewusst: „Ergo wird liefern.“

Um dieser Vorgabe folgen zu können, ist die Einführung neuer Leben-Tarife noch einmal wichtiger geworden. Denn der zuletzt anvisierte Verkauf hochverzinster Altverträge brachte nicht den erhofften Ertrag, weil die potenziellen Käufer für die Run-off-Bestände der Ergo nicht genug zahlen wollten.  

Auch andere Versicherer reagieren

Diese Herausforderungen treffen aber natürlich nicht nur auf die Ergo zu. Viele Lebensversicherer ächzen unter den niedrigen Zinserträgen aus konservativen Anlagen sowie den regulatorischen Kapitalanforderungen aufgrund von Zinszusatzreserve und Solvency II. So hat beispielsweise die Debeka im vergangenen Jahr den Vertrieb klassischer Rentenversicherungen eingestellt und setzt hier nur noch auf fondsgebundene Produkte. Auch die Provinzial Rheinland bietet mittlerweile Rententarife mit flexibler Gestaltung des Garantieniveaus an.

Allerdings deuten Produktoffensiven zum jetzigen Zeitpunkt tendenziell auch auf ein spätes Reagieren auf Marktentwicklungen hin. So liegen alle drei genannten Versicherer weit hinter den Top 10 was den Bestand und das Neugeschäft mit fondsgebundenen Policen betrifft.

Seite 1: Ergo launcht „moderne“ Rententarife
Seite 2: Späte Reaktion? 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare