BRSG: Wo Unternehmen Potenzial zur Verbreitung der bAV sehen

Berater von Michael Fiedler

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) tritt am 01. Januar 2018 in Kraft. Von welchen Neuerungen sich Unternehmen die größten Chancen zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung versprechen, zeigt der Aon „Global Pension Risk Survey 2017“.

bAV Betriebsrente Rente Altersvorsorge

Welchen Maßnahmen und Neuerungen des BSRG werden bAV-Verbreitungspotenziale beigemessen? Fotolia / dziewul

Mit der Zustimmung des Bundesrats wurde das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) im Sommer 2017 auf den Weg gebracht und wird zu Beginn des Jahres 2018 in Kraft treten. Das Gesetz soll die betriebliche Altersversorgung (bAV) attraktiver machen. Allerdings wird auch die Komplexität zunehmen.
Von welchen Maßnahmen sich Unternehmen die größten Chancen zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung erhoffen, zeigt der „Global Pension Risk Survey 2017“ von Aon Hewitt.

Unternehmen präferieren „Opting-Out“-Modelle

Demnach sehen 75 Prozent der befragten Unternehmen in sogenannten „Opting-Out“-Modellen die größten Chancen zur Verbreitung der bAV. Auch die Erhöhung des steuerfreien Dotierungsrahmens von bisher 4 Prozent (+ 1.800 EUR) auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung wird als positiver Faktor für die Verbreitung gewertet (63 Prozent). Diese Änderung führt nicht nur zu einer betragsmäßigen Erhöhung des möglichen steuerfreien Beitrags, sondern auch zu einer Erhöhung durch eine verbesserte Dynamik in der Zukunft, schreibt Aon.
Den gleichen Stellenwert räumen die Teilnehmer der Einführung eines Förderbetrages für Geringverdiener ein (63 Prozent). Die maßgebliche Einkommensgrenze sowie die Höhe des Förderbetrags sind hier jedoch nicht dynamisch.
Bei der Einführung einer reinen Beitragszusage ohne Garantien sehen 56 Prozent der Teilnehmer ein Potenzial zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung. Dies stimmt mit den Erfahrungen der Vergangenheit überein, da Arbeitgeber als Grund für eine Nichteinführung oder Neugestaltung von Versorgungswerken oftmals die Haftung des Arbeitgebers als ein Kriterium angeführt haben. Allerdings relativiert die Tatsache, dass die reine Beitragszusage auf Tarifregelungen beschränkt ist, den Optimismus der Teilnehmer wieder etwas, da 31 Prozent dies als Risiko für die Verbreitung sehen. Ob die Möglichkeit, auch ohne Tarifgebundenheit durch die Bezugnahme auf einschlägige tarifvertragliche Regelungen eine reine Beitragszusage im Unternehmen umzusetzen, dieses Risiko entkräften kann, bleibt abzuwarten, schätzt Aon ein.
Die zusätzlichen Sicherungsbeiträge des Arbeitgebers, die bei einer reinen Beitragszusage tarifvertraglich vereinbart werden sollen, um Schwankungen der Leistung auszugleichen, werden von den Teilnehmern als das größte Risiko bei der Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung eingestuft (50 Prozent).

Zur Studie:
Für den „Global Pension Risk Survey 2017“ wurden sowohl DAX30-Unternehmen als auch mittelständische Unternehmen befragt, für die Pensionsverpflichtungen im Fokus stehen und damit der Umgang mit den in diesem Zusammenhang bestehenden Risiken eine besondere Bedeutung hat. Zur Teilnahme an der Studie wurden international ausgerichtete Kunden von Aon eingeladen. Insgesamt haben in Deutschland 39 Unternehmen an der Befragung teilgenommen. Die Fragebögen wurden von den Teilnehmern im Zeitraum März bis Mai 2017 online ausgefüllt. Fast alle Unternehmen sind tarifgebunden (93 Prozent). Die Art der bestehenden Versorgungspläne mit den größten Verpflichtungen in Deutschland deckt eine große Bandbreite ab. Schwerpunkte der Ausgestaltung bilden Bausteinpläne (41 Prozent) und Beitragszusagen mit Mindestleistung (25 Prozent). Reine Endgehaltspläne (19 Prozent) spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

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