25 Lebensversicherer erhalten Bestnote

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Ein neues Rating des Analysehauses Morgen & Morgen stellt den meisten Lebensversicherern im Hinblick auf ihre Solvenzberichte ein sehr gutes Zeugnis aus. Dennoch bleiben die Zukunftsaussichten düster.

Gleich 25 Unternehmen kamen die Höchstnote verliehen.

Gleich 25 Unternehmen kamen die Höchstnote verliehen. Foto: Uki_71 - Pixabay.de

Der Ausblick für die deutschen Lebensversicherer gestaltet sich weiter düster – schätzt zumindest die Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Marktkommentar ein. Auch 2018 werden die deutschen Unternehmen mit den niedrigen Zinsen und den damit verbundenen geringeren Renditen auf Kapitalanlagen zu kämpfen haben. Gleichzeitig drücken die hohen Garantiezusagen der Vergangenheit auf das Ergebnis. Seit 2008 schmelzen aus diesem Grunde die Kapitalpuffer der Lebensversicherer dahin: Ein Trend, an dem sich auch im kommenden Jahr nach Einschätzung der Fitch-Experten wenig ändern wird.  

Das Ratinghaus Morgen & Morgen glaubt aber, dass ein Großteil der deutschen Versicherer dieser Belastung standhalten kann. Hierfür haben die M&M-Analysten die „Solvency and Financial Condition Reports“ (SCFR) ausgewertet, die in diesem Jahr erstmals von den Unternehmen veröffentlicht wurden. M&M berechnete dabei eine gemeinsame Bewertungsskala für alle Unternehmen, unabhängig ob diese Übergangsmaßnahmen oder Volatilitätsanpassungen vorgenommen hatten.  

Das Ergebnis fällt für die Lebensversicherer äußerst positiv aus. So sicherten sich gleich 25 Unternehmen die Höchstwertung „Ausgezeichnet“. Hierunter befinden sich unter anderem die Aachen Münchener, die Allianz, die Alte Leipziger, die Bayerische, die Continentale, die Nürnberger und die R+V-Versicherung.  

Nur 8 Unternehmen mit "Bestanden"

Zehn weitere Unternehmen bekamen die Benotung „sehr gut“ verliehen. Hierunter fanden sich die Helvetia, die Ideal, die Stuttgarter und der Volkswohl Bund. Mit „Bestanden“ mussten sich acht weitere Lebensversicherer begnügen, hierunter die Basler, die Barmenia, die Gothaer und die Debeka (das vollständige Ergebnis finden Sie hier).  

Zahlreiche Unternehmen stellten hingegen nicht die erforderlichen Daten zur Verfügung, hierunter die HDI, Iduna Leben, Generali, die LVM oder die WGV.  

Das erfreuliche Ergebnis steht dabei in einem deutlichen Widerspruch zu einer Untersuchung, die der Bund der Versicherten (BdV) zusammen mit dem Analysten Carsten Zielke (Zielke Research Institut) erstellt hatte. Von den 84 untersuchten Lebensversicherern konnten nur 16 im Hinblick auf Solvenz überzeugen.

Zudem wurde den meisten Unternehmen vorgeworfen, in ihrer Solvenzberichten intransparent zu agieren. „Bei fast allen Unternehmen sehen wir dringenden Handlungsbedarf“, fasste BdV-Chef Axel Kleinlein die Studienergebnisse damals zusammen.