Wildes Deutschland: Täglich 720 Unfälle

Versicherungen von Martin Thaler

Insbesondere der düstere Herbst gilt als Hauptsaison für Unfällen mit Rehen, Wildschweinen oder anderen Wildtieren. Die Versicherer mussten im vergangenen Jahr so viele Leistungen für Wildunfälle auszahlen wie noch nie zuvor.

720 Mal kam es pro Tag im vergangenen Jahr zu Zusammenstößen zwischen Wild und Auto.

720 Mal kam es pro Tag im vergangenen Jahr zu Zusammenstößen zwischen Wild und Auto. Foto: cocoparisienne - Pixabay.de

Ein kurzer Überblick über die vergangenen Tage: Im nordrhein-westfälischen Hamm kam es  am Reformationstag zu einem schweren Unfall, als ein Mercedes-Fahrer einem kreuzenden Reh ausweichen wollte. Die Bilanz der nachfolgenden Massenkarambolage: elf verletzte Personen, ein Sachschaden in Höhe von knapp 140.000 Euro.  

Auf Rügen versuchte eine Autofahrerin einem Reh auszuweichen, das Manöver misslang, der Wagen überschlug sich. Die 36-Jährige und ein acht Jahre altes Mädchen in dem Auto wurden schwer verletzt.   Dies sind nur zwei Fälle von vielen. Rund 720 Mal kam es im vergangenen Jahr zu Kollisionen zwischen Menschen und Wild – täglich wohlgemerkt. Dies ist der neuen Wildunfall-Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zu entnehmen. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr 264.000 Wildunfälle gemeldet – das waren 1.000 mehr als im Vorjahr.  

Leistungen auf Rekordniveau

Für die Versicherer stiegen die aus Wildunfällen resultierenden Kosten auf ein Rekordniveau. Insgesamt 682 Millionen Euro zahlten die Versicherer aus – ein deutliches Plus gegenüber 2015, als 653 Millionen Euro gezahlt wurden.  

Am häufigsten kracht es dabei morgens zwischen fünf und acht Uhr sowie abends zwischen 17 Uhr und Mitternacht – dies legt zumindest eine Untersuchung der Allianz nahe, nach der HUK-Coburg zweitgrößter Kfz-Versicherer in Deutschland.  

Dieser Untersuchung ist auch zu entnehmen, dass achtzig Prozent aller Schadensfälle auf Rehe zurückzuführen ist. „Das liegt vor allem daran, dass sie flächenmäßig am weitesten verbreitet sind“, erklärte Diplom-Forstwirt David Rosenbach, bei der Allianz Experte für Waldversicherungen. „Damwild, Rotwild oder auch Wildschweine kommen dagegen nicht in allen Regionen vor.“ Auf Platz zwei folgen mit zehn Prozent Wildschweine. Auf die gleiche Zahl kommen auch Unfälle mit kleineren Tieren, wie Hasen oder Füchse.

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