Tech-Aktien: Zwischen Traumrendite und Blasenangst

Investmentfonds Top News von Udo Trichtl

Technologiewerte haben sich in den vergangenen Jahren so hervorragend entwickelt, dass manchen Investoren mulmig ist. procontra stellt die besten Tech-Aktienfonds vor.

Managt den größten der vier besten Techfonds: Fondsmanager Hyunho Sohn.

Managt den größten der vier besten Techfonds: Fondsmanager Hyunho Sohn. Foto: Fidelity

Fast zwei Dekaden nach dem Platzen der Dotcom-Blase dominieren sie wieder die Börsenwelt: Die Kurse von Technologieaktien sind in den vergangenen Monaten durch die Decke gegangen. Der Technologie-Index Nasdaq stellte im laufenden Jahr immer wieder neue historische Rekorde auf. Unter den zehn weltgrößten Unternehmen, gemessen an der Marktkapitalisierung, befinden sich derzeit sage und schreibe sieben Technologiekonzerne. Zehn Prozent des US-Aktienindex S&P 500 machen allein Apple, Microsoft, Amazon und Facebook aus. Manch einen erinnern solche Zahlen an die Zeit kurz vor der Jahrtausendwende.

Im Unterschied zu damals realisieren die Großen der Technologiebranche heute allerdings satte Gewinne. Googles Muttergesellschaft Alphabet etwa erzielte zuletzt zehnmal so viel Gewinn wie vergleichbare Unternehmen zu Zeiten der Dotcom-Blase. Das sogenannte FANG-Quartett, ein Akronym für die Schwergewichte Facebook, Amazon, Netflix und Google, kann überaus solide Ergebnisse vorweisen. Die vier profitieren unter anderem von Netzwerkeffekten, können also ihren Gewinn steigern, je mehr Leute ihren Service nutzen. Auch wenn einzelne Titel sportlich bewertet sind und es zuletzt immer wieder einmal kleine Korrekturen gab, sehen viele Marktbeobachter keine Blase am Tech-Markt.

Halbleiter statt Hype-Leiter

Wollen Anleger darauf setzen, dass die Hausse bei Tech-Aktien anhält, stehen ihnen viele Fonds zur Verfügung. Am besten abgeschnitten hat zuletzt der „Threadneedle Global Technology“, zeigen Daten von Morningstar. Er legte in den vergangenen drei Jahren um mehr als 21 Prozent pro Jahr zu und konnte damit seinen Vergleichsindex deutlich übertreffen. Manager Paul Wick investiert das Fondsvermögen von aktuell 103 Mio. US-Dollar vor allem in Aktien von Halbleiterherstellern. Das unterscheidet seinen Fonds von anderen Top-Tech-Produkten.

Die US-amerikanischen Halbleiterproduzenten Lam Research und Micron Technology sind am stärksten gewichtet. Daneben finden sich im Fonds auch IT-Dickschiffe wie Apple. US-Aktien machen 85 Prozent des Portfolios aus.

International aufgestellt

Der „Global Technology“ von Fidelity konnte seinen Wert in den vergangenen drei Jahren ebenfalls um rund 21 Prozent pro Jahr steigern. Mit einem Volumen von rund zwei Mrd. Euro ist er mit Abstand der größte unter den vier besten Tech-Fonds. Manager HyunHo Sohn konzentriert sich auf Unternehmen aus der IT- und Softwarebranche, mischt aber auch Aktien von Finanzdienstleistern bei. Alphabet, Apple und Intel haben das größte Gewicht im Portfolio.

Mit einem US-Anteil von weniger als 60 Prozent ist der Fidelity-Fonds überdurchschnittlich international aufgestellt. Zu den großen Positionen gehören auch Aktien des deutschen Softwareherstellers SAP und des koreanischen Konzerns Samsung Electronics. Der Fonds eignet sich damit für Anleger, denen die hohen Bewertungen von US-Technologieaktien nicht ganz geheuer sind. Manager Sohn kann solche Sorgen nachvollziehen, ist jedoch vom Langfrist-Potenzial der Technologiebranche überzeugt.

„Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Anlage ist, das kurzfristige Marktrauschen zu ignorieren und sich auf strukturell bedeutende Neuerungen zu fokussieren“, sagt er. Dazu zählen für ihn etwa Sensor-Technologien, die in selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommen.

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