Solvenz-Analyse: BdV sieht bei PKV-Größen rot

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

So weisen alle 40 PKV-Anbieter eine Solvenzquote von über 100 Prozent auf. Dies sei zwangsläufig so und würde sich durch das Prämienanpassungsrecht der PKV begründen, schlussfolgern die Studienautoren und betonen: „Das bedeutet, dass der Kunde die Solvenz sicherstellt.“

Allerdings weist nur die Hälfte der Unternehmen eine Solvenzquote auf, die die Studienautoren als „angemessen“ einstufen würden. Bei 16 privaten Krankenversicherern sehen BdV und Zielke die   Tendenz zu einer Prämienanpassung innerhalb der nächsten fünf Jahre, die über die „medizinische Inflation“ hinausgehen wird. Bei 7 Unternehmen rechnen sie mit Prämien, die sich gleichlautend zur „medizinischen Inflation“ entwickeln werden und bei 13 Versicherern halten sie einen unterdurchschnittlichen Prämienanstieg für am wahrscheinlich.

Ampelsystem für Verbraucher

Damit die Verbraucher die Analyse besser nachvollziehen können, haben BdV und Zielke ein Ampelsystem entworfen.

  • Grün: Angemessen gut aufgestellt       
  • Gelb: Verbesserungspotenzial        
  • Rot: Dringender Handlungsbedarf

So erhält beispielsweise der PKV-Marktführer Debeka mit seinen über 2,3 Millionen Krankenvollversicherten eine rote Ampel bei der zu erwartenden Beitragsstabilität und steht auch beim Gesamtergebnis auf „Rot“.

Zielke kommentiert dazu: „Die Debeka zeigt einen niedrigen Überschussfonds, der im Verhältnis zur erfolgsabhängigen RfB eher durchschnittlich ist. Die RfB-Quote ist ebenfalls eher durchschnittlich. Damit scheinen Beitragsanpassungen wahrscheinlich. Die Kapitalanlage könnte diversifizierter sein, um nachhaltig ausreichende Erträge zu erzielen. Der SCFR-Bericht gibt nur Allgemeinheiten wieder.“ Die Debeka selbst hatte erst im August weitreichende Beitragssenkungen in der PKV für 2018 angekündigt.

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