IDD & Co.: Ist Maklern zuviel aufgebürdet worden?

Berater Top News von Martin Thaler

Bei der LVRG-Evaluation sei noch nichts entschieden, berichtete Ex-Parlamentarier Klaus-Peter Flossbach auf dem AfW-Hauptstadtgipfel. Im Hinblick auf die Makler-Regularik sollten bestehende Gesetze eher ent- als verschärft werden.

Nach 15 Jahren aus dem Bundestag ausgeschieden: Klaus-Peter Flossbach.

Nach 15 Jahren aus dem Bundestag ausgeschieden: Klaus-Peter Flossbach. Foto: procontra

Welche Härten wird die neue Legislaturperiode für Vermittler mit sich bringen? Diese Frage stellt sich derzeit womöglich so mancher Makler und/ oder Finanzanlagenvermittler – schließlich sind die jüngst regulatorischen Verschärfungen (IDD, Mifid II) noch nicht lange her bzw. noch gar nicht in Kraft.  

„Es ist schon viel auf die Branche zugekommen – vielleicht sogar ein bisschen zu viel“, sagte dann auch Klaus-Peter Flossbach, seinerseits langjähriges Mitglied im Bundestag und in dessen Finanzausschuss. Im Parlament sitzt Flossbach in dieser Legislaturperiode nicht mehr – beim Hauptstadtgipfel des Vermittlerverbands AFW sprach er dennoch und berichtete, frei von jeglichen politischen Zwängen, über die anstehenden Regulierungsprojekte.  

Dabei konnte er Befürchtungen, dass eine Verschärfung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) bereits ausgemachte Sache sei (beispielsweise im Tausch gegen Erleichterungen bei der Zinszusatzreserve), entgegentreten. Die zur Evaluation des LVRG notwendigen Daten liegen noch gar nicht vor. Auch würde zumindest in Reihen der CDU bislang keinerlei Forderungen nach einer Deckelung der Provisionen laut.   Was allerdings letztlich bei den Sondierungsgesprächen bzw. eventuell anschließenden Koalitionsvereinbarungen herauskomme, könne auch er nicht sagen, so Flossbach. Gerade Finanzthemen scheinen – nimmt man den geforderten Wegfall des Solidaritätszuschlags mal außen vor – in den bisherigen Gesprächen kaum eine Rolle zu spielen.  

Flossbach zeigte sich jedoch überzeugt, dass den Maklern bzw. Vermittlern in den vergangenen zwei Legislaturperioden bereits zu viele regulatorische Verschärfungen aufgebürdet worden seien. In den kommenden Jahren werde darum eher darüber gesprochen werden müssen, wo das Regelwerk über das Ziel hinausgeschossen sei und zurückgedreht werden müsse, zeigte sich der einstige CDU-Parlamentarier überzeugt.  

Allerdings müssten die Vermittler stärker für ihre Belange werben, forderte Flossbach und verwies auf die alte Marketing-Weisheit: „Wer nicht wirbt, stirbt.“ So sei vielen Parlamentarier gar nicht bewusst, dass ein Makler als Sachwalter des Kunden agiere, blickte Flossbach noch einmal auf die Verabschiedung des IDD-Umsetzungsgesetz zurück, wo erst in letzter Minute schwerwiegende gesetzliche Verschärfungen für den Makler (bspw. Provisionsgebot) abgeändert werden konnten. „Ohne Vermittler geht es nicht“, fasste Flossbach seine Überzeugungen zusammen.  

Weiterer Referent auf dem Hauptstadtgipfel war auch Sarah Gramberg von der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Gramberg betonte noch einmal, dass FinTechs keine aufsichtsrechtliche Sonderstellung hätten. Gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regeln – so laute eines der Prinzipien bei der Finanzaufsicht.   Zwar gebe es in anderen Staaten eine „Sandbox“,in der FinTechs ihr Geschäftsmodell für einen bestimmten Zeitraum ohne regulatorische Zwänge ausprobieren könnten – für die BaFin kommt dieses Konzept jedoch nicht in Frage. Schließlich besitzt die Finanzaufsicht kein Mandat zur Wirtschafsförderung. Wer bei den Großen mitspielen wolle, müsse auch die Regeln beachten, so Gramberg.

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