Altersvorsorge: Warum Makler am 34f nicht vorbeikommen

Berater Top News von Stefan Terliesner

Pools können hier helfen. Nach Meinung von Sebastian Grabmaier, Chef von Jung, DMS & Cie., „sollten Vermittler und unterstützende Pools breit aufgestellt sein“, also auf das volle Sortiment im Investmentgeschäft zugreifen können. Der Kunde stünde im Vordergrund. „Und am Anfang einer Beratung weiß man schließlich nie, ob sich als Ergebnis ein Versicherungs- oder Investmentprodukt als am geeignetsten herausstellt.“

Gerade in Zeiten von Minizinsen würden Kunden Hilfe und Orientierung erwarten, um die Rendite ihrer Kapitalanlage zu steigern. Das gelte auch für Fondspolicen. Wer hier nicht über eine ausreichende Kapitalmarktexpertise verfüge, verliere Kunden.

Hier wirbt Grabmaier in eigener Sache. Als ehemalig rein auf das Investmentgeschäft ausgerichteter Pool verfüge Jung, DMS & Cie. seit Jahren über entsprechende Angebote. Niemand müsse auf Investmentgeschäft verzichten. Für unerfahrene Poolmitglieder stünden zum Beispiel Mitarbeiter aus dem KompetenzCenter Investment sowie aus dem ProduktManagement Investment für Hilfe bereit.

Darüber hinaus setze Jung, DMS & Cie. auf Schulungen und Ausbildungsgänge wie beispielweise ein „Fondsdiplom“ in Kooperation mit der DWS, der Kapitalanlagegesellschaft der Deutschen Bank. Um den Maklern im Vertrieb stichhaltige Argumente in „Investmentdingen“ an die Hand zu geben, stelle der Pool Kampagnen-Material wie „Raus aus dem Anlagenotstand“ zur Verfügung. Hier erhielten die Makler die gleiche Unterstützung wie die angeschlossenen Anageberater gemäß 34f GewO.  

Auch BCA mit Angebot

Das genannte „Fondsdiplom“ können Makler auch bei BCA erlangen. Dirk Kober, stellvertretender Leiter Versicherungen bei dem Pool, weist auf Anfrage zudem darauf hin, dass „wir eine eigene Bank besitzen“. Die Bank für Vermögen (BfV) verfüge über Wissen, das von den Poolpartnern genutzt werden könne.

Als Trägerin des Haftungsdaches nach § 32 Kreditwesengesetz (KWG) erlaube das Institut auch die Vermittlung von Aktien. Ein Berater, der dem Haftungsdach der Bank beitreten möchte, habe die entsprechenden Qualifikationen nachzuweisen und anschließend an Weiterbildungsprogrammen teilzunehmen. Insgesamt bleibt BCA - wie die meisten Pools - stark den Versicherungslösungen verhaftet. Denn, als weiteres „besonders interessantes Produkt bieten wir zusammen mit Standard Life eine vermögensverwaltende Strategie im Versicherungsmantel an“, antwortete Kober ebenfalls auf die Frage nach Produkten mit Aktienbezug.

Ähnlich äußert sich Martin Steinmeyer, Vorstand und Gesellschafter von Netfonds: „Wir sind Fans von Aktieninvestments – in welcher Verpackung auch immer.“ Während ein Poolpartner unter dem Haftungsdach § 32 KWG auch einzelne Aktien beraten und vermitteln dürfe, sollten sich Allfinanzberater auf standardisierte Produkte wie Vermögensverwaltungsstrategien konzentrieren. Diese funktionierten wie ein „wartungsfreies“ Depot, da ein professioneller Manager notwendige Anpassungen zeitnah und einfach durchführen könne. Außerdem würden die Berichtspflichten durch den Verwalter übernommen und der Dokumentationsaufwand reduziert.

Und Steinmeyer ergänzt: „Der Vermittler partizipiert von den laufenden Gebühren, so dass er seine Erträge festigt. Die Nachfrage nach diesem Modell sei „sehr hoch“. Bereits mehr als 80 Millionen Euro frische Gelder seien im ersten Halbjahr 2017 in die Vermögensverwaltungsstrategien geflossen. In diesem Zusammenhang ist eine aktuelle Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (Rechtssache 678/15) bedeutsam. Es eröffnet Vermittlern in Sachen Vermögensverwaltungsverträge zusätzliche Möglichkeiten.

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