5.000 Unterschriften gegen Ergo-Verkaufspläne

Versicherungen von Martin Thaler

Die Verkaufsgespräche der Ergo werden konkreter, doch von Seiten der Angestellten gibt es Protest. Erfreulich fallen für den Düsseldorfer Versicherer indes die aktuellen Geschäftszahlen aus.

Die Run-Off-Pläne der Ergo sorgen unter den Angestellten für Unbehagen.

Die Run-Off-Pläne der Ergo sorgen unter den Angestellten für Unbehagen. Foto: Ergo

Die Überlegungen der Ergo, LV-Bestände in einen externen Run-Off zu schicken, schlagen nicht nur in den Medien hohe Wellen. Auch im Unternehmen selbst, nämlich bei den Angestellten, rumort es.  

Anzeichen hierfür ist eine Online-Petition der Neuen Assekuranz Gewerkschaft (Gewerkschaft für Versicherungsangestellte) gegen den Verkauf von Lebensversicherungsverträgen, die bereits 5.000 Menschen unterschrieben haben. „Der Vorstand kann nicht mehr an der Realität vorbei: Er hat sich heillos vergaloppiert und muss den Verkaufsprozess sehr schnell beenden“, forderte Tobias Münster, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft.  

Ein Verkauf der Bestände würde nicht nur gegen die Interessen der Beschäftigen gehen, sondern auch gegen die der Kunden und Vertriebe, führte Münster weiter aus: „Als größter Verkaufsinteressant sehen wir die Ergo als hauptverantwortlich für den schweren Imageschaden, den die Versicherungsbranche derzeit im Begriff zu erleiden ist.“ Ähnliche Töne hatte es zuvor auch bereits von anderen Versicherungsunternehmen gegeben, die sich beeilten, öffentlich einen Run-Off von Lebensversicherungsbeständen zu verneinen.  

Die Branche schaut also derzeit gebannt nach Düsseldorf und wartet, wie die Ergo sich entscheiden wird. Über einen Mangel an Interessenten muss sich die Ergo derweil wohl keine Sorgen machen. Laut einem Bericht des Handelsblattes bestätigte eine Ergo-Sprecherin, dass eine größere Zahl an Angeboten vorliege. Hierunter sollen sich angeblich die SwissRe als auch die britische Resolution Group befinden.  

Eine Entscheidung, ob die Ergo die Bestände an einen externen Bieter verkauft, soll jedoch frühestens Ende November erfolgen, berichtet das Handelsblatt weiter.  

Positive Geschäftsentwicklung

Erfreulicher als die derzeitige Run-Off-Debatte fallen für das Unternehmen die derzeitigen Geschäftszahlen aus. Wie der Mutterkonzern MunichRe am Donnerstag mitteilte, stieg das operative Ergebnis der Erstversicherungstochter im dritten Quartal 2017 auf 297 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 125 Millionen Euro. Das Konzernergebnis fiel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 29 Millionen Euro positiv aus (3. Quartal 2016: - 19 Millionen Euro).  

Insgesamt steigerte die Ergo ihren Gewinn in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf 224 Millionen Euro. Im selben Zeitraum des Vorjahres war noch ein Minus in Höhe von 49 Millionen Euro erwirtschaftet worden. „Insgesamt ist das Ergo Strategieprogramm auf einem guten Weg“, heißt es von Seiten der MunichRe.  

Das im vergangenen Jahr vorgestellte Strategieprogramm sieht umfangreiche Umstrukturierungen im Unternehmen vor, unter anderem auch zahlreiche Stellenkürzungen. Auf der anderen Seite will die ergo investieren – bis zum Jahr 2021 insgesamt eine Milliarde Euro. Unter diese Investitionen ist auch die Gründung des digitalen Versicherers Nexible zu subsumieren, für den jüngst der Startschuss erfolgte.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare