Wohin steuern Versicherungsbranche und die Makler?

Berater Top News von Martin Thaler

Eine Verdrängung des Maklers durch die neuen InsurTech-Unternehmen sah keiner der Versicherungsvorstände in der anschließenden Diskussionsrunde. Dr. Jan Wicke, Vorstandsvorsitzender der Talanx, hob die hohe Bedeutung des Themas Vertrauen hervor, das insbesondere bei persönlichen Gesprächen gewonnen werde könne. Jürgen Junker, Vorstandschef bei W&W, stellte angesichts „überschaubarer Volumina“ fest, dass einige der neuen Marktteilnehmer vor allem durch „viel heiße Luft“ auffielen, nannte einige Ansätze aber durchaus spannend.  

Ergo-Chef Kassow bemühte eine Analogie mit der Reisebüro-Branche, die durch die Digitalisierung ebenfalls stark getroffen worden war. „Die bloßen Ticketverkäufer haben es jetzt natürlich schwerer.“ Die Reisebüros aber, die mit Beratung punkten können und denen es gelingt, ein Gefühl zu vermitteln, würden aber weiter ihr Auskommen haben.  

Makler bei Verwaltung entlasten

Es gelte darum, die  Makler bei Verwaltungsprozessen zu entlasten, damit diese sich verstärkt auf ihre Kernkompetenz – die Beratung – konzentrieren könnten. Auch BaFin-Direktor Grund fand ähnliche Töne. So müssten Vermittler sich digitalen Prozessen, wie bei der Dokumentation öffnen – „sonst wird der Kostendruck zu groß“.  

Auch Markus Faulhaber, Chef der Allianz Lebensversicherung, betonte die großen in der Digitalisierung liegenden Chancen. Die Versicherer müssten die Betriebs- und Verkaufsprozesse effizienter gestalten, damit der Vermittler sich eben auf seine Kernkompetenz beschränken könne. Diese werde insbesondere bei langfristigen Verträgen, wie bei der Absicherung biometrischer Risiken oder in der Altersvorsorge, weiterhin stark nachgefragt bleiben.  

Dies werde sich auch unter einer möglichen Jamaika-Regierung nicht ändern, glaubt Faulhaber. „Egal, wer die Regierung bildet – jede Regierung hat die Aufgabe, das Thema Altersvorsorge zu lösen.“

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