Wohin steuern Versicherungsbranche und die Makler?

Berater Top News von Martin Thaler

Die Versicherungsbranchen steht vor zahlreichen Herausforderungen - und mit ihr auch der Makler. Wie die Unternehmen diese einschätzten, wurde auf der DKM in Dortmund in der sogenannten "Elefantenrunde" besprochen.

Diskutierten mit Oliver Surminsiki (rechts): Jan Kassow (Mitte) und Markus Faulhaber.

Diskutierten mit Oliver Surminsiki (rechts): Jan Kassow (Mitte) und Markus Faulhaber. Foto: procontra

Die sogenannte „Elefantenrunde“, eine Gesprächsrunde mit zahlreichen Vorständen großer deutscher Versicherer, ist auf der DKM zu einer festen Instanz geworden. In diesem Jahr stand diese unter dem Motto: „Fundamentale Veränderungen in der Versicherungsbranche – schafft die Branche den Umbruch?“   Diskutieren gab und gibt es bekanntlich einiges. Die Runde begann allerdings mit einer positiven Nachricht.

Den deutschen Lebensversicherern gehe es gut, stellte Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor bei der Finanzaufsicht BaFin, in seinem Eröffnungsbeitrag fest – zumindest, wenn man die Solvenzquoten betrachte. Hier müsse er den deutschen Lebensversicherern ein „gutes Zeugnis“ ausstellen, so Grund, merkte aber gleich an: „Blickt man dann auf einzelne Unternehmen, ist die Situation nicht ganz so rosig.“ Einige Anbieter müssten erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die gegebenen Garantien dauerhaft erfüllen zu können.

Einige Lebensversicherer prüfen deshalb auch die Auslagerung von Beständen, einen Run-Off. Berichte über einen Run-Off bei Generali und Ergo hatten in den vergangenen Wochen für Aufregung bei anderen Versicherern („Kommunikations-Gau“), Vermittlern und Kunden gesorgt. Die BaFin habe in den vergangenen zwei Jahren allerdings nur drei Anträge erhalten – weitere würden derzeit nicht vorliegen, stellte Grund fest. Auch Ergo-Deutschland-Chef Dr. Achim Kassow nannte das Thema Run-Off in seinem Haus ein „ungelegtes Ei“. Man befinde sich hier noch in der Sondierungsphase und schaue, welche Lösung aus betriebswirtschaftlicher Sicht am meisten Sinn mache.  

Strenges aufsichtsrechtliches Regime

Grund betonte in diesem Zusammenhang das strenge aufsichtsrechtliche Regime im Bezug auf den Verkauf von Beständen. „Die Interessen von Versicherungsnehmern dürfen durch solche Transaktionen nicht geschädigt werden, sondern müssen gewahrt bleiben.“

Nur noch zwei weitere Anträge habe die BaFin derzeit im Hinblick auf die Gründung neuer Versicherer auf dem Tisch. Diese würden derzeit gewissenhaft geprüft, so Grund, es gebe „keinen Rabatt für Neugründungen oder InsurTechs“.  

Trotz der zahlreichen Neugründungen in der vergangenen Zeit, könne er im Bereich der Versicherungen keine Disruption erkennen, so Grund. Anders sehe die Situation bei den Vermittlern aus. InsurTechs würden eine erhebliche Konkurrenz für Vermittler darstellen, wenn diese sich den technischen Herausforderungen nicht stellen würden. „Nutzen Sie die neuen Technologien, ohne die Risiken außer Acht zu lassen“, forderte Grund die zuhörenden Makler auf.  

Seite 1: Keine Anträge auf Run-Offs
Seite 2: Die Zukunft des Maklers

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare