Versicherungsberater: IDD-Fauxpas oder alles halb so wild?

Berater IDD Top News von Florian Burghardt

Beim Verbund Deutscher Honorarberater (VDH) blickt man der Argumentation ganz gelassen entgegen und verweist auf den § 156 III GewO, der die Übergangsregelungen für den § 34 beinhaltet. Darin heißt es:

Abweichend von Absatz 1 müssen Personen mit einer Erlaubnis zur Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten auf dem Gebiet der Versicherungsberatung (Artikel 1 § 1 Abs. 1 Nr. 2 des Rechtsberatungsgesetzes) die Erlaubnis nach § 34e Abs. 1 zugleich mit der Registrierung nach § 34d Abs. 7 beantragen. Wird die Erlaubnis unter Vorlage der bisherigen Erlaubnisurkunde beantragt, so erfolgt keine Prüfung der Sachkunde, der Zuverlässigkeit und der Vermögensverhältnisse nach § 34d Abs. 2 Nr. 1, 2 und 4. Die Erlaubnis nach dem Rechtsberatungsgesetz erlischt mit der bestandskräftigen Entscheidung über den Erlaubnisantrag nach § 34e Abs. 1. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt sie als Erlaubnis nach § 34e Abs. 1.

Alles bleibt wie bisher

„Demnach bleibt der bisherige 34e in der aktuellen Fassung bis zum Inkrafttreten der neuen Regelungen in Kraft und kann auch nach wie vor beantragt werden“, erklärte VDH-Geschäftsführer Dieter Rauch auf procontra-Nachfrage. Beim VDH schätzt man, dass Herr Korn diese Regelung bei seiner Argumentation nicht zur Kenntnis genommen oder übersehen hat. Rauch sei sich sicher, dass es angesichts der vielen Beteiligten an Gesetzgebungsverfahren unvorstellbar ist, dass ein solcher Fauxpas unterlaufen sein könnte.

Die Umsetzung der IDD in deutsches Recht erlaubt Vermittlern, für ihre Leistungen neben Provisionen auch Honorare und Serviceentgelte entgegen zu nehmen. Allerdings gilt es dabei auch einige Anforderungen zu beachten und rechtliche Fallstricke zu vermeiden. Wie das geht, zeigt Rechtsanwalt Stephan Michaelis von der gleichnamigen Hamburger Kanzlei am 10. Oktober um 10 Uhr in seinem kostenlosen Webinar auf der Online-Vermittlermesse profino. Jetzt anmelden.

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