Riester und Rürup: IVFP kritisiert Produktinformationsblätter

Berater von Florian Burghardt

Eigentlich waren die PiB angetreten, um mehr Transparenz in Sachen Riester- und Rüruprenten zu schaffen. Doch stattdessen hagelt es Kritik. Das IVFP nennt gleich mehrere Beispiele, warum die Infoblätter mehr verwirren als erklären.

Die Produktinformationsblätter sollten eigentlich für Entwirrung sorgen. Kritiker sehen durch sie aber eher ein Durcheinander beim Kunden verursacht.

Die Produktinformationsblätter sollten eigentlich für Entwirrung sorgen. Kritiker sehen durch sie aber eher ein Durcheinander beim Kunden verursacht. Bild: geralt/Pixabay

Der Bestand an Riester-Versicherungsverträgen sinkt seit drei Jahren und bei den Basisrenten ist das Neugeschäft konstant rückläufig. Eigentlich sollten die seit 01.01.2017 verpflichtenden Produktinformationsblätter (PiB) die Hemmungen vor den staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen abbauen, Transparenz schaffen und so auch den Absatz ankurbeln.

Möglicherweise bewirken sie aber genau das Gegenteil. Und damit ist nicht gemeint, dass sie den Menschen die Nachteile der Produkte vor Augen führen und diese sich deshalb gegen einen Abschuss entscheiden. Sondern vielmehr, dass die PiB mehr Verwirrung stiften, als sie beseitigen. Woran das liegen könnte, hatte procontra-Chefredakteur Matthias Hundt bereits in einem Kommentar erörtert.

Zu hoch für den Kunden

Nun schlägt das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) in ähnlich kritische Kerben. Die vom Bundesfinanzministerium beauftragte Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PiA) würde speziell bei der Chancen-Risiko-Klassifizierung (CRK) der Anlageprodukte für Durcheinander und Intransparenz sorgen, heißt es von Seiten des Analysehauses.

Die CRK-Stufen reichen von 1 (am wenigsten risikobehaftet, geringe Renditechance) bis 5 (geringste Sicherheit, höchste Renditechance). Bei diesen klaren Regeln ist es verwunderlich, dass ein identisches klassisches Garantiezins-Produkt in der Riesterrente in CRK-1 und in der Basisrente in CRK-3 eingeordnet ist, so das IVFP.

Die Erklärung sei, dass in der Basisrente im Gegensatz zur Riesterrente eine Brutto-Beitragsgarantie nicht bedingungsmäßig geregelt ist, was jedoch Voraussetzung für die Einstufung in CRK-1 oder CRK-2 wäre. „Diese Schlussfolgerungen kann jedoch ein Kunde nicht ziehen“, so das Fazit des Analysehauses.

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