Orientierung in Zeiten des Umbruchs

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Zum 21. Mal hat in Dortmund die Branchen-Messe DKM geöffnet. Die Versicherungswirtschaft stehe vor großen Umbrüchen, betonte Veranstalterchef Dieter Knörrer.

Zum 21. Mal eröffnete die Branchenmesse DKM.

Zum 21. Mal eröffnete die Branchenmesse DKM. Foto: procontra

Die 21. DKM in Dortmund hat am frühen Dienstagmorgen ihre Tore geöffnet. Und zeigte gleich im Eingangsbereich sinnbildlich die Herausforderungen der Branche: Denn nicht nur die Dortmunder Westfalenhallen werden zurzeit umgebaut, auch das Versicherungsgeschäft befindet sich im Umbruch. Hiervon zeugen unter anderem neue Regularien (IDD, MiFID II), die derzeitige Run-Off-Diskussion sowie das Dauerthema Digitalisierung.  

„Ich habe den Eindruck, dass das Thema Digitalisierung noch nicht vollständig erfasst worden ist“, erläuterte Dieter Knörrer, Geschäftsführer des Messeveranstalters bbg, zum Auftakt der Branchen-Show, die in diesem Jahr bereits zum 18. Mal in Dortmund stattfindet (zuvor dreimal in Bayreuth). „Das wird noch viele Arbeitsplätze kosten.“  

Die Branche befindet sich also im Umbruch, man sucht nach Orientierung. Diese will die Messe den Besuchern bieten. 17.000 werden in diesem Jahr erwartet – damit so viele wie auch im Vorjahr. Auch bei den Ausstellerzahlen (290) befindet man sich „auf der gleichen Schiene wie im Vorjahr“, so Knörrer.   In der anschließenden Pressekonferenz des Vermittlerverbandes BVK betonte dessen Präsident Michael H. Heinz seine Position im Rechtsstreit mit dem Vergleichsportal Check24.

„Wir pochen vor dem Landgericht München I auf Vollstreckung des Urteils vom April 2017, weil Check24 das rechtskräftige Urteil des Oberlandesgerichts München aus unserer Sicht immer noch nicht ausreichend umsetzt und sich auf seinem Online-Portal gegenüber seinen Kunden nach wie vor nicht klar genug als Makler zu erkennen gibt, der für seine Arbeit Provisionen kassiert“, begründete Heinz den vor Gericht eingereichten Ordnungsmittelantrag. Hiermit soll geklärt werden, ob Check24 gegen das vom Münchener OLG ausgesprochene Urteil verstößt. Ist dies der Fall, könnte das mit einem Ordnungsgeld geahndet werden.

 „Wir pochen auf eine vollständige Gleichbehandlung von Online- und Offline-Vermittlern“, verdeutlichte Heinz den Standpunkt des BVK. Zugleich richtete der BVK-Präsident Kritik in Richtung des deutschen Versichererverbandes GDV. In dessen Verhaltenskodex hätten sich die Versicherer dazu verpflichtet, prinzipiell nur mit Maklern zusammenzuarbeiten, die diesen Verhaltenskodex auch einhalten. "Dies ist bei Check24 nach unserer festen Überzeugung bis heute aber nicht der Fall", so Heinz. "Deshalb müssen sich die betroffenen Versicherer schon fragen lassen, warum sie weiterhin über Check24 ihre Produkte vermitteln lassen, obwohl dieses Unternehmen den von ihnen beschlossenen Verhaltenskodex fortwährend verletzt. Hier bewegen sich die betroffenen Versicherer auf sehr dünnem Eis."

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