„Makler müssen aus der Kostenfalle raus“

Berater Top News von Martin Morgenstern

procontra: Mit der Dortmunder Lebensversicherung ist eine reine Volkswohl-Bund-Tochter auf den Markt gekommen. Was kann die Dortmunder anbieten, was der Volkswohl Bund nicht kann?   

Bläsing: Versicherungen werden oft als kompliziert, intransparent und unverständlich kritisiert. Genau das wollten wir widerlegen. Wenn man das mit der nötigen Ernsthaftigkeit in Angriff nehmen will, braucht es eigentlich einen neuen Versicherer, der nur ein einziges Produkt hat. Nur so können diese Kriterien auch vollständig erfüllt werden. Hinzu kommt, dass wir alles, den kompletten Antrag und auch alle Prozesse dahinter, digitalisieren wollten. Auch das ist in einem neuen Haus wesentlich einfacher als in einem etablierten. Das war dann die Geburtsstunde der Dortmunder.

procontra: Wie wird die Dortmunder von Maklern bislang angenommen?

Bläsing: Die Aufnahme bei unseren Vertriebspartnern ist klasse. Wir haben viel positive Resonanz bekommen. Das liegt zu einem gewissen Teil an unserer „Klartextgruppe“. Die haben wir während des Gründungsprozesses ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe war es, Bedingungen und Briefe zu den verschiedensten Bearbeitungsvorgängen zu vereinfachen und verständlicher zu gestalten. Dazu hat sich die Gruppe ein 38-seitiges Regelwerk gegeben. Das besagt beispielsweise, dass ein Satz nicht mehr als zehn Wörter haben oder ein Fremdwort nicht benutzt werden darf, außer es wird unmittelbar danach genauer definiert ,und das nicht durch andere Fremdwörter. Daran anknüpfend, wurden die Bedingungen und die Brieftexte völlig neu konzipiert. Ich glaube zwar nicht, dass wir bei 100 Prozent sind, aber wir haben schon einen großen Schritt gemacht. Und davon werden natürlich später auch die Volkswohl-Bund-Bedingungen und auch weitere Dortmunder-Bedingungen profitieren.

procontra: Ihre 2015 eingeführte klassische Rentenversicherung „Klassik modern“ hatte maßgeblichen Anteil an der Steigerung des Neuzugangs in der Lebensversicherung. Haben die klassischen Garantien ausgedient?

Bläsing: Ich denke, schon. Bei uns machen diese Produkte im Neugeschäft fast nichts mehr aus und erzeugen lediglich noch eine Art Grundrauschen. Ich glaube, dass man mit den alten Garantieprodukten keinen Hering mehr vom Teller ziehen kann. Der Garantiezins ist zu gering, und beim Zinsüberschuss erwartet auch niemand, dass sich das in absehbarer Zeit ändert. Indexpolicen haben durch ihre Chance, an der Entwicklung eines Index zu partizipieren, deutlich bessere Aussichten. Und wenn  der Kunde für ein Jahr mal eine negative Entwicklung erwartet, kann er kurzfristig immer noch in die „alte Überschusswelt“ zurückgehen. Diesen Airbag habe ich als Kunde immer und immer wieder.

Das vollständige Interview mit Dietmar Bläsing lesen Sie ab 13. Oktober in der neuen Printausgabe der procontra.

Seite 1: Wie Makler aus der Kostenfalle entkommen
Seite 2: Die Gründung der Dortmunder und erste Erfahrungen

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