“Die alte Finanzgarde könnte Probleme bekommen”

Versicherungen von Martin Thaler

Auf der Fintech Week Hamburg treffen Anfang November Vertreter von New und Old Economy aufeinander. Wohin für sie die Digitalisierungs-Reise geht, haben wir die Initiatorin der Veranstaltung, Carolin Neumann, gefragt.

Carolin Neumann glaubt, dass auf der Fintech Week Brücken gebaut werden, die einige Branchenteilnehmer früher oder später noch dringend brauchen werden.

Carolin Neumann glaubt, dass auf der Fintech Week Brücken gebaut werden, die einige Branchenteilnehmer früher oder später noch dringend brauchen werden. Bild: Rieka Anscheit

procontra: Die Hamburger Fintech Week findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Welches ist die grundlegende Idee hinter der Veranstaltung?  

Carolin Neumann: Die Finanzwirtschaft ist so stark in Bewegung, die Karten werden neu gemischt. Es gibt viel zu besprechen und bei allem Wettbewerb auch viele gemeinsame Herausforderungen. Dem wollen wir Rechnung tragen und haben eine Veranstaltungswoche ins Leben gerufen, die alle Player zusammenbringt und sie gemeinsam in die Zukunft blicken lässt. Dabei machen wir nur wenige Veranstaltungen selber, sondern bieten den Rahmen für eine Vielzahl toller Events unserer Partner.  

procontra: Inwiefern wird sich die diesjährige Fintech Week von der letztjährigen unterscheiden?  

Neumann: 2016 fand die Fintech Week Hamburg das erste Mal statt und war für uns auch ein Testballon. Wir haben als Veranstaltungsdach für viele tolle Events gut funktioniert und konnten mehr als 1.000 Besucher anlocken. In diesem Jahr haben wir neue Partner gewonnen wie das Innovationslab Tabularaza der ZEB und haben mit ihnen noch mehr Events sowie Themen-Diversität im Programm. Mir persönlich ist Diversität auch in anderer Hinsicht wichtig: Wir haben aktuell einen Speakerinnen-Anteil von rund 30 Prozent in der Fintech Week Hamburg. Da ist noch viel Luft nach oben, aber ich weiß, wie schwer es in sehr männerlastigen Branchen sein kann, deswegen nehme ich es fürs Erste als Erfolg.  

procontra: Digitalisierung ist das tragende Thema der Veranstaltungswoche. Inwieweit hat diese die Finanzwirtschaft in Deutschland bereits umgekrempelt und was ist hier in Zukunft zu erwarten?  

Neumann: Wir erleben bereits, wie stark die Digitalisierung die Finanzwirtschaft in Deutschland verändert. Stichworte sind hier Konsolidierung, Filialsterben und Massenentlassungen. Das sind natürlich erst mal für die Betroffenen schlechte Nachrichten. Doch aus Konsumentensicht gedacht sind es vor allem gute Veränderungen: Der steigende Wettbewerbsdruck kurbelt Innovationen an, was mittelfristig für mehr Kundenorientierung, also bessere, günstigere Produkte sorgen wird. Nicht zuletzt, sobald die PSD2-Richtlinie in Kraft tritt und damit die Rahmenbedingungen der Branche nachhaltig verändert.  

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