Check24: Experten, aber keine Berater

Berater von Florian Burghardt

Mit "Über 200 Versicherungsberatern" hatte Check24 bis vor kurzem geworben und damit den Zorn vieler Vermittler auf sich gezogen. Warum das Vergleichsportal nun eingelenkt hat und wie es im Rechtsstreit mit dem BVK weitergeht.

Versicherungsexperten statt -berater kümmern sich von nun an bei Check24 um die Belange der Kunden.

Versicherungsexperten statt -berater kümmern sich von nun an bei Check24 um die Belange der Kunden. Bild: Screenshot Youtube/Check24

Die Kfz-Wechselsaison ist in vollem Gange und sowohl Versicherer als auch Vermittler übertrumpfen sich gegenseitig mit immer schwereren Geschützen in Sachen Produkte, Services und Werbung. In letzterem Bereich ist vor allem Check24 mit seinen TV-Werbespots sehr präsent – für den aktuellen wurde sogar die frühere Hamburg-Mannheimer-Werbeikone Herr Kaiser wiederbelebt (siehe unten).

Das Schlussbild seiner Werbespots hat das als Versicherungsmakler tätige Vergleichsportal nun aber geändert. Dort war bis vor kurzem noch zu lesen, dass bei Check24 „Über 200 Versicherungsberater“ für die Kunden bereitstehen würden. Aus Vermittlerkreisen war bereits Anfang Oktober Kritik an dieser Wortwahl zu vernehmen. Denn das Vergleichsportal ist als Makler registriert, der für seine Vermittlungen Provision erhält und nicht als Versicherungsberater, der für ein Honorar arbeitet. Dies würde für Missverständnisse bei den Kunden sorgen und sei unfair gegenüber anderen Wettbewerbern, wurde weiter bemängelt – procontra berichtete.

Geändertes Wording und ewiger Zwist

Anscheinend haben einige Branchenvertreter ihre Kritik auch an das Vergleichsportal herangetragen. „Wir sind direkt von Mitgliedern des Bundesverbands der Versicherungsberater angesprochen worden und haben daraufhin das Wording entsprechend angepasst“, erklärte jetzt ein Check24-Sprecher auf procontra-Nachfrage. So ist am Ende der Werbespots nun von „Über 200 Versicherungsexperten“ die Rede.

Änderungsbereit zeigte sich Check24 auch nach dem Urteil des OLG München im langwierigen Rechtsstreit mit dem BVK. So hat das Vergleichsportal im September seine Internetseiten und seine telefonische Beratung angepasst. Diese Maßnahmen würden, ihrer Meinung nach, den Vorgaben des Urteils entsprechen, hatten auf procontra-Nachfrage zwei unabhängige Juristen gesagt. Dem BVK gehen sie hingegen nicht weit genug. Der Vermittlerverband will weiter juristisch gegen das Vergleichsportal vorgehen und hat diese Haltung vor wenigen Tagen auf der DKM auch erneut bekräftigt. Check24 hat nun noch bis zum 13. November Zeit, um sich zu den erneuten Vorwürfen vor dem Landgericht München I zu äußern.