„Unabhängigkeit“: Huk im Clinch mit wefox

Berater von Florian Burghardt, Michael Fiedler

Schwerer Start für den neuen Mann bei wefox: Die Huk mahnt Finance App ab. Damit geht der Coburger Versicherer erneut gegen Makler vor.

Huk im Streit mit wefox: Es geht um Unabhängigkeit und Provisionen. Wer holt sich eine "blutige Nase"?

Huk im Streit mit wefox: Es geht um Unabhängigkeit und Provisionen. Wer holt sich eine "blutige Nase"? (Symbolbild: pixabay / 12019)

Bei der wefox Group (früher Financefox) geht es derzeit Schlag auf Schlag. Letzte Woche hat das Unternehmen sein eigenes, auf Makler ausgelegtes Versicherungs-Rating vorgestellt und erst mit dem gestrigen Tag hat Tasos Chatzimichailidis (53) den Chefsessel bei wefox übernommen. Sein Vorgänger, Gesamtchef Julian Teicke, will sich als CEO der Holding auf die strategische Führung der Gruppe konzentrieren.

Chatzimichailidis wird als erfahrener Versicherungsmanager mit mehreren Jahrzehnten Führungstätigkeit für die Allianz beschrieben. Erfahrung und Kompetenz könnten ihm jetzt zugutekommen. Denn neben der Arbeit an den eigenen Projekten stehen wefox aktuell auch juristische Probleme mit der Huk-Coburg ins Haus.

Huk mahnt wefox ab

Weil sich die hinter der Marke wefox stehende Finance App AG als „unabhängig“ bezeichnet, obwohl sie für die Policen-Vermittlung von manchen Versicherern Provision erhält und von anderen nicht, hatte die Huk sie abgemahnt. Das berichtet das Versicherungsjournal. Daraufhin war der Vermittlerverband AfW seinem Mitglied Finance App zur Hilfe geeilt und hatte das Vorgehen der Huk kritisiert.

Anscheinend jedoch ohne Erfolg, denn voraussichtlich im Oktober soll die mündliche Verhandlung in der Sache folgen. Auf procontra-Nachfrage gab sich der Coburger Versicherer wortkarg. Zu einem laufenden Verfahren wolle man sich nicht äußern, hieß es. 

Abneigung gegen Makler?

Besonders brisant am Vorgehen der Coburger ist die Tatsache, dass der Rechtsstreit gegen wefox noch unter der Führung von Vorstandschef Wolfgang Weiler initiiert wurde, der nun zum 27.09.2017 neuer GDV-Präsident wird. Auf procontra-Nachfrage hatte mancher Versicherer durchblicken lassen, dass man vom neuen Präsidenten des Gesamtverbandes eine Gleichbehandlung aller Vertriebskanäle erwartet

Die Huk selbst vertreibt keine Produkte über Makler. Im vergangenen Jahr hatte ihre Direktversicherungstochter Huk24 mit einem persiflierenden Werbespot über Versicherungsmakler für viel Ärger in der Branche gesorgt. Bereits damals war sie mit dem AfW aneinander geraten

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