Tenhagen: Scharfe Kritik an Unfallversicherungen

Berater von Florian Burghardt

Wie die D & R Anwaltskanzlei aus Augsburg berichtet, hatte ein gesunder Apotheker einen Fallschirmtandemsprung geschenkt bekommen. Den Sprung führte er gemeinsam mit einem erfahrenen Tandemmaster aus. Bei der Landung stürzte das Tandempaar, was zur Querschnittslähmung des Apothekers führte.

Laut dem Bericht der Anwaltskanzlei wollte der Mann (Name ist der procontra-Redaktion bekannt) von seinem privaten Unfallversicherer, der zur Zurich-Gruppe gehörenden Baden-Badener Versicherung, eine Leistung in Höhe von 672.000 Euro. Diese lehnte die Leistung jedoch ab, da im Tarif des Mannes Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen nicht versichert sind. Dem Bericht nach hatte der Tandemmaster ausgesagt, der Apotheker wäre bei der Landung bewusstlos gewesen. Im Ergebnis einigte man sich auf einen Vergleich, wonach der Mann 130.000 Euro vom Versicherer erhielt.

Makler in der Pflicht

Tarife mit starkem Leistungsumfang schließen jedoch Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen, zum Beispiel nach Herzinfarkten, Ohnmacht oder epileptischen Anfällen mit ein. Eine Absicherung wäre somit möglich gewesen.

Hier setzt auch Tenhagens Kolumne wieder ein. Er empfiehlt, sich noch vor einer UV um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu bemühen. Auch für Kinder würde er eine Kinderinvaliditätsversicherung einer UV vorziehen.

Da die BU aber schwer zu bekommen sei, appelliert Tenhagen abschließend an die Beratungspflicht der Versicherungsmakler, „den Kunden den bestmöglichen bezahlbaren Schutz zu besorgen für den Fall, dass man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann - auch und gerade in Ostdeutschland.“

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