Tenhagen: Scharfe Kritik an Unfallversicherungen

Berater von Florian Burghardt

In seiner aktuellen Kolumne erklärt Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen, warum Unfallpolicen mehr versprechen als sie halten. Was genau er bemängelt und was er von Maklern fordert.

Laut Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen würden viele Verbraucher bei der Unfallversicherung einem Irrglauben aufsitzen.

Laut Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen würden viele Verbraucher bei der Unfallversicherung einem Irrglauben aufsitzen. Bild: procontra

Die private Unfallversicherung (UV) hat viele Namen. Als „Teil des Raubzugs im Osten“ bezeichnet sie Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen in seiner aktuellen Spiegel Online-Kolumne. Als Grund dafür nennt er den massenhaften Vertrieb des Produkts in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung.

Die UV wird von manch einem hinter vorgehaltener Hand aber auch als „Goldesel der Assekuranz“ bezeichnet. Während andere Komposit-Zweige wie die Wohngebäude-, die Rechtsschutz- oder die allgemeine Haftpflichtversicherung in den letzten zehn Jahren Schadenkostenquoten zwischen 95 und 100 Prozent vorweisen mussten, liegt die UV im Schnitt bei unter 80 Prozent. Laut aktuellen GDV-Daten wurde in 2016 mit 77,4 Prozent sogar ein neuer Rekordwert erzielt.

Ahnungslose Verbraucher

In seinem aktuellen, vorrangig an Verbraucher gerichteten Beitrag will Tenhagen Klarheit über die UV schaffen und findet dabei sehr kritische Worte für den Vertrieb und das Produkt selbst: „Die private Unfallversicherung war und ist für solche Verkaufserfolge besonders geeignet. Denn sie gaukelt vor, in schwierigen Lebenssituationen tatsächlich zu zahlen. Genau wie der Laie bei der Risikolebensversicherung versteht, okay, die zahlt, wenn ich tot bin, so denkt er bei der Unfallversicherung: Die zahlt, wenn ich einen Unfall habe.“

Damit verweist der Finanztip-Chefredakteur auf das Fundament der UV, das zwar jeder Versicherungsfachmann kennt, der Verbraucher aus Tenhagens Sicht aber nicht: Der aus dem Unfall entstandene Schaden muss bleibend sein, was nur selten vorkommen würde. Ansonsten gibt es keine Leistung.

Tragische UV-Leistungs-Geschichten wie die folgende schlagen zwar nicht in exakt dieselbe Kerbe wie Tenhagen, kratzen aber ebenfalls am Status einer privaten Unfall-Police:

Seite 1: Vorgegaukelte Leistungen
Seite 2: Tragischer Fall und Tenhagens Makler-Appell

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