Schrecken Dieselgate-Marken Autodiebe ab?

Versicherungen von Florian Burghardt

Weniger Diebstähle, dafür Schadenzahlungen auf Rekordniveau. Das besagt die Pkw-Diebstahlstatistik 2016 des GDV. Woran das liegt, wo die Klau-Hochburgen sind und wie der VW-Abgasskandal ins Bild passt.

Volkswagen-Fahrer haben gut lachen. Ihre Autos sind in der Gunst der Diebe gesunken (Symbolbild).

Volkswagen-Fahrer haben gut lachen. Ihre Autos sind in der Gunst der Diebe gesunken (Symbolbild). Quelle: 422737/Pixabay

Wenn es in der medialen Berichterstattung ums Thema Auto geht, dann häufig in Verbindung mit dem VW-Abgasskandal. Dabei gibt es auch Neuigkeiten, die auf den ersten Blick nichts mit Dieselgate zu tun haben. So wurden in Deutschland 2016 weniger Pkw gestohlen als im Jahr davor. Insgesamt 18.227 Diebstähle an kaskoversicherten Pkw weist der GDV in seiner Diebstahlstatistik für 2016 aus. In 2015 waren es noch 432 mehr gewesen.

Allerdings ist der Schadenaufwand für die Kfz-Versicherer trotz rückläufiger Anzahl von Diebstählen auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Fast 300 Millionen Euro (299,2) mussten sie ausbezahlen, knapp drei Prozent mehr als im Vorjahr. In den letzten 10 Jahren hat der Schadenaufwand für Pkw-Diebstähle damit sogar um zwei Drittel zugenommen.

Berlin bleibt Moloch der Autoklauer

In der Folge hat auch die durchschnittliche Schadenhöhe einen neuen Rekordwert erreicht und liegt nun bei 16.415 Euro. Die Entwicklung passt zu den Einschätzungen von Experten, wonach die Schadenanzahl zurückgehen, der einzelne Aufwand aufgrund teurerer Technik aber steigen wird.

Die niedrigste Diebstahlrate nach Bundesländern gibt es in Bayern. Pro 1.000 kaskoversicherte Pkw wurden im Schnitt in 2016 nur 0,1 Autos gestohlen. Insgesamt gerade einmal 875 an der Zahl. Trauriger Spitzenreiter in dieser Statistik bleibt Berlin. Die Diebstahlrate hat sich dort gegenüber dem Vorjahr (3,5) noch einmal deutlich erhöht auf nun 3,8. Im Vergleich der Großstädte mit über 300.000 Einwohnern liegt die Hauptstadt mit 3.477 Diebstählen deutlich vor Hamburg mit 1.112. In allen anderen Großstädten wurden maximal 284 (Köln) Autos geklaut.

Bloß keinen Diesel?

Auf den zweiten Blick könnten die Autodiebe dann doch von Dieselgate beeinflusst worden sein. Zwar ist Volkswagen – auch aufgrund der enorm hohen Verbreitung – immer noch die meistgestohlene Automarke (4.429 Schäden). Das sind laut GDV-Daten aber 12 Prozent weniger Diebstähle als noch in 2015.

Auch bei den, in den Abgasskandal involvierten Marken Skoda und Seat gingen die Diebstähle um mehr als 10 Prozent zurück. Ob ein möglicherweise gesunkener Verkaufswert der Autos die Diebe beeinflusst haben könnte, kann natürlich nur gemutmaßt werden. 

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