Online-Rentenkonto für alle 3 Säulen gefordert

Versicherungen von Florian Burghardt

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat Vorschläge formuliert, wie ein säulenübergreifendes Renteninformationskonto aussehen könnte. Bei der Idee schwingt auch die Chance mit, die Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten zu steigern.

Der Einblick in das säulenübergreifende Online-Rentenkonto sollte laut DIA über alle Geräte möglich sein.

Der Einblick in das säulenübergreifende Online-Rentenkonto sollte laut DIA über alle Geräte möglich sein. Bild: FirmBee/Pixabay

Rentenpunkte, drei Säulen, bAV? Nicht wenigen Menschen ist die Zusammensetzung ihrer Altersvorsorge zu kompliziert und sie verlieren leicht den Überblick. Deshalb wünschen sich viele Verbraucher eine zentrale Übersicht, in der ihre sämtlichen heutigen und zukünftigen Rentenansprüche zusammengefasst sind. Das haben bereits mehrere Umfragen zu diesem Thema ergeben.

Die Einführung eines solchen einheitlichen Rentenkontos fordert nun auch die Deutsche Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA). Das DIA, ein Gemeinschaftsprojekt von Deutscher Bank und Versicherer Zurich, beschäftigt sich mit allen Fragen rund um die Altersvorsorge und erstellt zu verschiedensten Themen aus diesem Bereich auch Studien. So nun auch ein Dossier rund um ein einheitliches Rentenkonto, in dem die individuellen Informationen eines jeden Bürgers aus den drei Säulen der gesetzlichen, der betrieblichen und er privaten Altersvorsorge zusammengefasst werden.

4 Staaten machen es vor

Ausgewertet wurden dafür die bisherigen Erfahrungen von vier Staaten, die bereits über eine solche Rentenplattform verfügen. Explizit sind das Schweden, Niederlande, Großbritannien und Australien. Aus den gesammelten Informationen wurden Vorschläge abgeleitet, wie die Umsetzung auch in Deutschland gelingen könnte.

Als bereits entschieden gilt dabei, dass das Rentenkonto in digitaler Form über das Internet abrufbar sein muss. Wie aus dem DIA-Dossier hervorgeht, sollte der Einblick auf jedem Gerät, also Smartphone, Tablet, Laptop und PC möglich sein. Mit Blick auf den Datenschutz sollten im Online-Rentenkonto aus Sicht der DIA die künftigen Rentenanwartschaften nicht in einer zentralen Datenbank vorgehalten, sondern jeweils nach dem Einloggen des Konteninhabers bei den Altersvorsorgeanbietern abgerufen werden.

„Es ist höchste Zeit“

Der letztendliche Betreiber der Plattform sollte dann in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Als Rechtsform sei eine gGmbH oder ein Verein geeignet. Die Gemeinnützigkeit hätte den Vorteil, dass in der öffentlichen Wahrnehmung das Rentenkonto nicht als Geschäftsmodell eines einzelnen Wirtschaftsunternehmens angesehen wird, heißt es von Seiten der DIA.

„Es ist höchste Zeit, dass im Technologieland Deutschland endlich ein Online-Rentenkonto eingeführt wird. Andere Länder haben uns längst mit Erfolg vorgemacht, wie mit einem solchen Konto die Bürger ihre Altersvorsorge viel besser einschätzen und langfristige Entscheidungen treffen können“, erklärte DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.

Das vollständige DIA-Dossier, unter anderem inklusive Vorschlägen für die Identifizierung des Kontoinhabers oder zur technischen Übermittlung der Altersvorsorge-Daten, kann über diesen Link als PDF-Datei heruntergeladen werden.