Damit es keine verflixten sieben Jahre werden …

Altersvorsorge von Juliane Moghimi

Deutsche unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung. Um ganze sieben Jahre. Das Gute: Wir werden also älter, als wir annehmen. Aber darauf muss man auch vorbereitet sein.

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„Altersarmut“ – dieses Stichwort geistert seit einiger Zeit regelmäßig durch die Medien und hat es im Bundestagswahlkampf 2017 auf die Agenda gleich mehrerer großer Parteien geschafft. Die derzeitige gesetzliche Durchschnittsrente liegt in Deutschland bei 1000 bis 1100 Euro für Männer und 600 bis 700 Euro für Frauen, wobei es je nach Wohnort und beruflichem Lebensweg starke Schwankungen gibt. Experten, wie der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen, gehen gar davon aus, dass wir in 25 Jahren durchschnittlich nur noch knapp über 40 Prozent des ursprünglichen Einkommens als gesetzliche Rente beziehen werden.  

Fakt ist: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu beizubehalten. Schließlich bleiben die monatlichen Fixkosten für Wohnraum usw. bestehen. Hinzu kommen die Ausgaben für Lebensmittel, (Zu-)Zahlungen für Medikamente, Mobilitätskosten … Und schnell zerplatzt der Traum vom komfortablen Ruhestand wie eine Seifenblase.

Vermittler sollten die Jungen im Blick haben

Obwohl die Problematik seit Jahren von verschiedenen Seiten immer wieder angesprochen wird, scheinen gerade junge Menschen das Thema gern von sich zu schieben. Allerdings zeigt eine aktuelle Berechnung der Stiftung Warentest auf: Wer für das Alter ein zusätzliches Guthaben von 100.000 Euro ansparen möchte, muss – eine durchschnittliche Verzinsung von drei Prozent vorausgesetzt – 30 Jahre lang 172 Euro monatlich einzahlen. Ein Beginn erst zehn Jahre vor Erreichen des Ruhestands hingegen würde einen monatlichen Beitrag von 715 Euro erfordern, um auf dasselbe Guthaben zu kommen.

Wer heute zwischen 30 und 40 Jahre alt ist, sollte also dringend handeln – zumal er laut aktueller Prognosen gute Chancen hat, 90 oder noch älter zu werden. Noch besser ist natürlich, sich schon als Berufsanfänger um die private Altersvorsorge zu kümmern. Denn auch die private Rentenversicherung zahlt ein Leben lang – vorausgesetzt natürlich, man hat vorher entsprechend eingezahlt.