bAV: Wohin mit der steuerfreien Schichtzulage?

Berater von Michael Fiedler

Nach der Wahl ist vor Veränderungen. Wie Walter Riester beim Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) nachbessern würde und was davon zu halten ist.

Sollte die steuerfreie Schichtzulage in die bAV eingezahlt werden?

Sollte die steuerfreie Schichtzulage in die bAV eingezahlt werden? Walter Riester hatte das vorgeschlagen. pixabay / AnnaKovalchuk

Die Bundestagswahl 2017 ist Geschichte. Was aber weitergeht, sind gesellschaftliche Debatten. Beispielsweise, wie es um den Erfolg des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) bestellt ist. Nicht alle Branchenexperten erwarten mit dem Sozialpartnermodell eine wesentliche Steigerung der Verbreitung von betrieblicher Altersversorgung (bAV). Das Nebeneinander von alter und neuer bAV-Welt wird nicht zur Vereinfachung der Beratung beitragen. „Mit manchen arbeits- und steuerlichen Änderungen des BRSG erreicht die ‚Unendlichkeit der Komplexität’ in der bAV eine neue Dimension“, so Bernd Wilhelm (Leiter Geschäftsbereich Beratung, Longial) auf dem Longial-Forum bAV 2017.

Auch Walter Riester, Namensgeber der Riester-Rente, hat Ideen, wie die betriebliche Altersversorgung weiterverbreitet werden könnte. So schlug er auf der Hauptstadtmesse 2017 vor, dass die ohnehin steuerfreie Schichtzulage zur Hälfte in bAV investiert werden müsste.
Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH, gegenüber procontra zu diesem Vorschlag: „Sollte diese Einzahlung einen verpflichtenden Charakter erhalten, so können die Sozialpartner- also Gewerkschaften und Arbeitgeber - entsprechende Regelungen in Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen aufnehmen.“ Aber, so gibt Hoppstädter zu bedenken, schon heute könnten diejenigen, die überhaupt eine solche steuerfreie Schichtzulage erhalten, das Geld auf freiwilliger Basis zur Altersvorsorge nutzen. „Es ist bereits jetzt schon möglich, bis zu 3.048 EUR in die bAV oder bei Riester bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 EUR jährlich einzuzahlen, also auch die steuerfreie Schichtzulage“, so Hoppstädter.
Was sich allerdings auch nach dieser Wahl nicht ändert: Geld kann nur einmal ausgeben werden. Und welcher Baustein sich am besten eignet, um die Rentenlücke zu schließen, kann nur nach intensiver Analyse bestimmt werden.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare