Studie: Riester hat Effekt aufs Altersarmuts-Risiko

Versicherungen von Martin Thaler

Das Risiko, später im Alter von Armut betroffen zu sein steigt. Welche Gruppen besonders gefährdet sind und welche Effekte private Vorsorge und Eigentum haben, zeigt eine neue DIA-Studie.

Die Riesterrente kann einen spürbaren Effekt auch das Altersarmutsrisiko haben, zeigt eine neue Studie.

Die Riesterrente kann einen spürbaren Effekt auch das Altersarmutsrisiko haben, zeigt eine neue Studie. Foto: OpenClipart-Vectors - Pixabay.de

Altersarmut ist derzeit noch kein wirklich verbreitetes Thema – dies sagt nicht nur die amtierende Sozialministerin Andrea Nahles, sondern ist auch einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zu entnehmen.  

Ein Indikator für Armut kann das Empfangen von Grundsicherungsleistungen sein – diese bezogen allerdings nur 3,4 Prozent aus der Altersgruppe 65+. Zum Vergleich: Von allen in Deutschland Lebenden bezogen 8,4 Prozent Grundsicherung. Dies kann allerdings nur ein Richtwert sein, schließlich sind viele Experten der Überzeugung, dass es bei den Grundsicherungsempfängern eine hohe Dunkelziffer gibt – Gründe hierfür ist unter anderem die Scham vieler Leistungsberechtigten.  

Nichtsdestotrotz ist festzustellen, dass sich die Zahl der Grundsicherungsempfänger seit 2003 mehr als verdoppelt hat. Wird diese Entwicklung weiter anhalten? Gerade vor der nahenden Bundestagswahl tauchten immer wieder Berechnungen auf, die einen massiv Anstieg der Altersarmut voraussagen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: unterbrochene Erwerbsbiographien, eine wachsende Zahl alleinerziehender Mütter, ein Absinken des Rentenniveaus oder die Ausweitung des Niedriglohnsektors.  

Doch wie wahrscheinlich sind diese Prognosen? Dieser Frage ist das DIA in Zusammenarbeit mit der empirica AG aus Berlin nachgegangen. Unterstellt wurde dabei, dass das Rentenniveau von derzeit 48 auf 43 Prozent im Jahr 2030 absinkt. Das Ergebnis: Ergreift die Politik keine Maßnahmen und werden die Mindereinnahmen nicht durch private Altersvorsorge kompensiert, wächst die Zahl der armutsgefährdeten Rentner (weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens) von derzeit 18,5 auf 23,8 Prozent. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter würde sich von derzeit 3,7 auf 5 Prozent erhöhen.  

Für manche Teilgruppen zeige sich allerdings auch, so das DIA, dass die Armutsgefahr überproportional stark steige. Gerade für Menschen, die vorzeitig in Rente gehen oder aufgrund längerer Erwerbsunterbrechungen einen geringeren Rentenanspruch erwerben, steige der Anteil der Armutsgefährdeten von 27 auf 40 Prozent.  

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