Spezielle BU: So werden Fußballprofis versichert

Versicherungen von Florian Burghardt

Verletzung, Krankheit, vorzeitiges Karriereaus - der Albtraum jedes Fußballprofis und die Ursache für hohe Schäden. Wie sich Spieler und Verein dagegen absichern können und was eine Police für Neymar kosten würde, erklärt ein Underwriter von Ergo Specialty.

Für ein vorzeitiges Karriereende sorgen häufig instabile Knie- oder Sprunggelenke oder chronische Belastungsschmerzen. Bei Fußballprofis können dadurch schnell Millionenschäden entstehen.

Für ein vorzeitiges Karriereende sorgen häufig instabile Knie- oder Sprunggelenke oder chronische Belastungsschmerzen. Bei Fußballprofis können dadurch schnell Millionenschäden entstehen. Bild: shauking/Pixabay

Im Profifußball geht es um viel Geld. Kann ein Spieler wegen Krankheit oder Verletzung seinen Beruf nicht mehr ausüben, entsteht schnell eine Millionen-Lücke für ihn und seinen Verein. Zwar stehen die Chancen auf Anerkennung einer Berufskrankheit für Fußballer nicht schlecht. Für solche Einnahmeausfälle gibt es aber auch spezielle Versicherungen. Wie diese funktionieren erklärte Michael Walther, Senior Medical Underwriter bei der Ergo-Einheit Ergo Specialty, dem GDV.

So werde grundsätzlich zwischen zwei Varianten unterschieden. Auf der einen Seite würden die Vereine für ihre neu eingekauften Spieler sogenannte Marktwertversicherungen abschließen. Da die Klubs die bezahlten Ablösesummen über die Laufzeit des Vertrags mit dem Spieler in ihrer Bilanz abschreiben, dient dieser sinkende Wert als Versicherungssumme.

Fast alle Bundesligaprofis mit Police

Auf der anderen Seite schließen die Profis für sich selbst eine Sportinvaliditätsversicherung ab – quasi eine Sonderform der Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit diesen, auch Spielereigendeckungen genannten, Policen sichern die Profisportler im Schnitt drei Jahresnettogrundgehälter ab, so Walther. „Wir konzentrieren uns ja nur auf die 1. und 2. Fußball-Bundesliga. Und für beide Ligen kann man sagen: Die allermeisten Spieler haben heutzutage eine Sportinvaliditätsversicherung“, wird der Ergo-Underwriter vom GDV zitiert. Bei den Marktwert-Policen gelte hingegen: Je aktiver ein Verein auf dem Transfermarkt ist, desto häufiger werden die Summen abgesichert.

Bei beiden Varianten ist ein verletzungs- oder krankheitsbedingtes vorzeitiges Karriereende der Leistungsauslöser. Die häufigsten Ursachen sind dabei instabile Knie- oder Sprunggelenke oder chronische Belastungsschmerzen. Beide Produkte haben jeweils nur eine Laufzeit von einem Jahr und werden immer wieder aufs Neue verlängert. Die Leistung erfolgt in beiden Fällen als Kapitalentschädigung.

Wachsender Absicherungsbedarf

Die Prämie wird laut Walther für jeden Spieler individuell berechnet. Sie liegt im Schnitt bei rund einem Prozent der Versicherungssumme und reicht von 0,6 bis 2 Prozent. Abhängig sei dies vor allem vom Alter des Spielers, da etwa die Verletzungsanfälligkeit mit dem Alter steigt, so Walther.

Grundsätzlich sei aufgrund der steigenden Ablösesummen und Gehälter ein wachsender Absicherungsbedarf erkennbar, erklärt der Underwriter. So hatte erst kürzlich der Rekordwechsel des brasilianischen Superstars Neymar (25) für eine Ablösesumme von 222 Millionen Euro von Barcelona nach Paris für weltweite Aufregung gesorgt. Die Prämie für seine Marktwert-Absicherung würde damit im ersten Jahr zwischen 1,332 und 4,44 Millionen Euro liegen. Bis es auch in der Bundesliga zu solchen Summen kommt, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. 

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