Solvency II: Die Netto-Quoten der Lebensversicherer

Top News Versicherungen LV-Check von Florian Burghardt

Insgesamt gibt es bei den Lebensversicherern teilweise enorme Unterschiede zwischen den Brutto- und Netto-Quoten. So weist beispielsweise die Sparkassenversicherung Sachsen mit 309 Prozent eine verhältnismäßig hohe Netto-Quote aus (Marktschnitt laut PKV-Wiki = 198,2 Prozent). Der Unterschied zu ihrer Brutto-Quote (1.391,2 Prozent) beträgt aber über 1.000 Prozent. Im Marktdurchschnitt beträgt die Brutto-SCR-Quote 385,2 Prozent.

Vier Lebensversicherer kommen den Berechnungen nach sogar auf eine Netto-Solvenzquote von null Prozent. Laut PKV-Wiki handelt es sich dabei um die Hansemerkur24 (Brutto: 116,6 Prozent), die Landeslebenhilfe VVaG (Brutto: 222,4 Prozent), die Rheinland Lebensversicherung (Brutto: 143,2 Prozent) und die Süddeutsche Lebensversicherung (Brutto: 230,5 Prozent).

Nachrangdarlehen

Weitere 5 Lebensversicherer – Continentale, Debeka, LV 1871, VPV und Volkswohl Bund – hätten sich gegenseitig sogenannte Nachrangdarlehen gegeben, wodurch sich ihre Brutto-Quoten erhöht hätten, erläutert PKV-Wiki-Betreiber Marcus Dippold auf seiner Internetseite. Trotz dieses Effekts schaffen es zwei Unternehmen nicht auf eine Netto-Quote von 100 Prozent: Die VPV (88,6 Prozent) und die Debeka (72,4 Prozent).

Gerade letztere musste sich bei der kürzlichen Analyse der Solvenzberichte durch den Bund der Versicherten und das Analysehaus Zielcke viel Kritik gefallen lassen. Abzüglich des Effekts durch die Nachrang-Darlehen würde die Netto-Quote der Debeka sogar nur 61 Prozent betragen, hieß es dabei.

Seite 1: 22 Lebensversicherer netto unter 100 Prozent
Seite 2: Bei 4 Unternehmen steht die Null
Seite 3: Debeka: „BdV-Aussage ist falsch“