So verändert sich der PKV-Markt

Versicherungen von Florian Burghardt

Konsolidierungsstimmung in der PKV: Debeka und VKB steigen bei Axas Online-Portal "Meine Gesundheit" ein und die Signal Iduna hebt durch die Fusion ihrer beiden Krankenversicherer einen neuen PKV-Riesen aus der Taufe.

Wie ein Chamäleon an seine Umgebung, so passen sich die PKV-Anbieter an das sich verändernde Nutzungsverhalten ihrer Kunden an. Statt einem Farbwechsel haben sie dabei aber Kostenersparnis im Blick.

Wie ein Chamäleon an seine Umgebung, so passen sich die PKV-Anbieter an das sich verändernde Nutzungsverhalten ihrer Kunden an. Statt einem Farbwechsel haben sie dabei aber Kostenersparnis im Sinn. Bild: PollyDot/Pixabay

Die Signal Iduna Gruppe hat ihre beiden privaten Krankenversicherer zusammengeführt. Aus der Signal Krankenversicherung a.G. und dem Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G., der sich 2009 mit der Signal Iduna zu einem Gleichordnungskonzern zusammenschloss, ist nun die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. entstanden.  

Die BaFin hatte der Verschmelzung bereits Anfang August zugestimmt und alle Gremien haben der Fusion einstimmig „grünes Licht“ gegeben, heißt es von Unternehmensseite. Mit der nunmehr erfolgten Handelsregistereintragung ist die Verschmelzung rechtskräftig. Damit avanciert der neu benannte Anbieter mit nun rund 2,7 Milliarden Euro an Beitragseinnahmen zu einem der fünf größten privaten Krankenversicherer auf dem Markt.  

Weiter heißt es, dass die Marke Deutscher Ring aus Kundensicht erhalten bleibt und sich auch am Versicherungsschutz nichts ändert. Ebenfalls unverändert bleiben sollen die bestehenden Arbeitsverhältnisse aller betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Axa begrüßt Debeka und VKB bei „Meine Gesundheit“

Die Debeka und die Versicherungskammer Bayern (VKB) beteiligen sich an dem Online-PKV-Portal „Meine Gesundheit“ (MGS). Dieses wurde im vergangenen Jahr von der Axa und dem Hersteller für Ärzte-Software, der CompuGroup Medical AG, initiiert. Das Bundeskartellamt hat dafür bereits seine Zustimmung erteilt. Durch die Beteiligung der beiden Versicherer stehen die Leistungen von MGS nun rund 3,5 Millionen Vollversicherten zur Verfügung.

Diese umfassen im Kern eine schnellere und effizientere Vernetzung der versicherten Patienten mit ihren gesundheitlichen Leistungserbringern – hauptsächlich Ärzten – und den Krankenversicherern selbst. Wie die Axa mitteilt, sind bereits 53.000 Nutzer und 4.200 Ärzte registriert. Durch das digitale Einreichen von bislang 315.000 Rechnungen und die anschließende Online-Bearbeitung der Fälle konnten laut Axa 420.000 Seiten Papier eingespart werden. Zu den Services gehören unter anderem auch eine Online-Terminvereinbarung und ein persönlicher Medikamentenmanager.

„Viele Versicherte wünschen sich, ihr Gesundheitsmanagement auf vollständig digitalem Wege stärker selbst in die Hand zu nehmen und gleichzeitig jederzeit den Überblick zu haben“, erklärt Axa Deutschland-Chef Alexander Vollert.

Die Beteiligung der Axa-Mitbewerber Debeka und der beiden VKB-Gesellschaften BBKK und Union Krankenversicherung begrüßt er. So erhoffen sich alle Unternehmen durch die Erhöhung der Nutzerzahlen von MGS auch mehr Ärzte anziehen zu können. Dadurch könnten voraussichtlich alle beteiligten PKV-Anbieter ihre Kosten in der Leistungsbearbeitung weiter senken. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare