PKV-Anbieter spüren Beitragsdruck

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die Zukunft  

Jedoch warnt die Kölner Ratingagentur davor, dass die Zeiten hoher Zufriedenheit bald Vergangenheit sein könnten. Schuld hieran sei die Zinsentwicklung, die nun auch in der privaten Krankenversicherung deutlich ihre Spuren hinterlasse. Für die Branche werde es immer schwieriger, die Kundenbeiträge in der Neuanlage selbst den seit Unisex abgesenkten und üblichen Kalkulationszinssatz von 2,75 Prozent zu erzielen.  

„Auch der aktuarielle Unternehmenszins (AUZ) fällt weiter und rutscht 2017 im Assekurata-Durchschnitt bereits auf 2,8 % ab, so dass branchenweit bei gleichbleibender Entwicklung kurzfristig ebenfalls der Rechnungszins der Unisex-Tarife abgesenkt werden müsste“, warnt Gerhard Reichl. „Einige Unternehmen haben diesen Schritt bereits vollzogen. Im Assekurata-Durchschnitt liegt der Rechnungszins im Bestand aktuell noch bei 3,07 %, so dass sich für die kommende Beitragsanpassungsrunde 2018 im Mittel ein Absenkungsbedarf von rund 30 Basispunkten ergibt.“

Wunsch nach Reformen

Seit geraumer Zeit plädieren die privaten Krankenversicherungen deshalb, die Anpassungsmodalitäten verändern zu dürfen. Bislang ist hierfür das Überschritten eines bestimmten Schwellenwerts bei den Leistungsausgaben notwendig, der sogenannte auslösende Faktor. Hier fordern die Versicherer mehr Flexibilität, da abrupte Beitragserhöhungen in der Vergangenheit immer wieder zu Verständnisproblemen und Unmut bei den Kunden geführt haben.

Hinzu kommt die Reform der Gebührenordnung für Ärzte, die ebenfalls mit mehr oder weniger starken Beitragserhöhungen verbunden sein wird. Laut PKV-Verbandschef Uwe Laue sollen sich die Preiserhöhungen für ärztliche Behandlungen mit sechs Prozent allerdings im Rahmen halten.  

An der Beitragsfront wird angesichts der weiter angespannten Zinssituation somit in naher Zukunft keine Ruhe einkehren, stellen die Assekurata-Analysten fest. Diese könnten aber von den Versicherern, sofern sie Finanzpolster aufgebaut haben, abgemildert werden, wodurch diese bei Kunden punkten können. „Die Krankenversicherer sind angehalten, die größtenteils üppige Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) dazu zu nutzen, die notwendigen Beitragsanpassungen im Kunden- aber auch im Unternehmensinteresse abzumildern“, betont Reichl. 

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