Innendienst: ver.di und Arbeitgeber feiern Durchbruch

Versicherungen von Martin Thaler

Einigung für den Versicherungs-Innendienst. Deren Angestellte bekommen in Zukunft mehr Geld und sollen für die Digitalisierung fit gemacht werden.

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für den Versicherungs-Innendienst geeinigt.

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für den Versicherungs-Innendienst geeinigt. Foto: geralt - Pixabay.de

In den Tarifverhandlungen für den Versicherungs-Innendienst ist es zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften zu einem Durchbruch gekommen: Beide Parteien einigten sich auf einen neuen Tarifvertrag, der für die 170.000 Beschäftigen gelten soll.  

Vereinbart wurde, dass die Gehälter der Beschäftigten in zwei Stufen ab dem 1. November 2017 um 2 Prozent sowie ab dem 1. Dezember um weitere 1,7 Prozent steigen werden. Auch für Auszubildende wurden die Löhne erhöht. Der Tarifvertrag wird eine Laufzeit von 29 Monaten haben und bis zum 31. August 2019 gelten.  

„Der Abschluss sichert den Beschäftigten eine Reallohnsteigerung und sorgt dafür, dass die Versicherungsbeschäftigten nicht von anderen Branchen abgekoppelt werden“, lobte Christoph Meister, Verhandlungsführer für die Gewerkschaft ver.di das Ergebnis. Andreas Eurich, Vorstandsvorsitzender der Barmenia Versicherungen und Verhandlungsführer für den Arbeitgeberverband AGV, erklärte, dass das erzielte Ergebnis für die Branche gerade noch vertretbar sei. Die lange Zeit biete den Unternehmen Planungssicherheit und den Beschäftigten einen Reallohnzuwachs.  

Gespräche über Digitalisierung

Weiterhin wurde zwischen den Parteien vereinbart, dass weitere Gespräche zu den tarifvertraglichen Regelungen bezüglich der Auswirkungen der Digitalisierung geführt werden sollen. Beschlossen wurde aber bereits ein Anrecht der Beschäftigten auf Qualifizierungsmaßnahmen. Dies sei insbesondere für die Mitarbeiter von Bedeutung, deren Stellen durch die fortschreitende Digitalisierung wegzufallen drohen. Mehrere Versicherer hatten in der vergangenen Zeit teils deutliche Stellenkürzungen bekannt gegeben.

Vereinbart wurden darüber hinaus ein Anspruch auf Bildungsteilzeit mit Rückkehrrecht in das Unternehmen zu den bisherigen Bedingungen, Arbeitszeitverkürzung zu Vermeidung von Entlassungen und zur Sicherung von Beschäftigung mit einem Teillohnausgleich sowie ein Anspruch auf Umwandlung von Sonderzahlungen in Freizeit bei bestehenden Personalabbauplanungen.

ver.di reklamiert Sieg für sich

„Wir sind zufrieden, dass nach langen und intensiven Verhandlungen ein qualitativer Einstieg in die tarifvertragliche Gestaltung  gelungen ist, um die Beschäftigten in die digitale Assekuranz  mitzunehmen und den beispiellosen Umstrukturierungsprozess sozial zu  gestalten. Mit den neuen Tarifregelungen und den ab Januar 2018  fortzuführenden Verhandlungen beginnen wir ein neues Kapitel der  zukunftsorientierten Gestaltung unserer Tarifverträge im  Versicherungsbereich", kommentierte Meister das Ergebnis.  

Zugleich stellte ver.di den Durchbruch als Ergebnis seiner zuvor durchgeführten Streiks dar. Im Juni hatte die Dienstleistungsgewerkschaft die Gespräche mit den Arbeitgebern abgebrochen, wodurch es auch zu Kritik seitens anderer Gewerkschaft an ver.di kam. Erst nach einem Sondierungsgespräch Anfang August war eine vierte Verhandlungsrunde, die jetzt den Durchbruch brachte, vereinbart worden.

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