Infinus-Anleger: Alte Sorgen und neue Probleme

Sachwerte von Florian Burghardt

Erneut schlechte Nachrichten für Infinus-Anleger: Inhaber von Fubus-Genussrechten sollen Millionen zurückzahlen. Das verlangt der Insolvenzverwalter. Die Pleite des Firmengeflechts könnte zudem auch auf Kosten der Steuerzahler gehen.

Verlangt ausgezahlte Zinsen von Fubus-Genussrechteinhabern zurück: Insolvenzverwalter Dr. Bruno M. Kübler.

Verlangt ausgezahlte Zinsen von Fubus-Genussrechteinhabern zurück: Insolvenzverwalter Dr. Bruno M. Kübler. Foto: Bruno M. Kübler

Vor rund vier Jahren wurde die Infinus-Gruppe mit einer Razzia ausgehebelt. Seitdem wird nicht nur an einer juristischen Aufarbeitung des Skandals gearbeitet – auch die über 40.000 Anleger bangen seither um eine teilweise Rückerstattung ihre eingezahlten Ersparnisse von rund einer Milliarde Euro.

Doch bevor es dazu kommt mussten sie, die Anleger, dieser Tage erst einmal eine neue bittere Pille schlucken. Bruno Kübler, der Insolvenzverwalter der Infinus-Muttergesellschaft Future Business KG a.A. (Fubus), soll von rund 2.900 Inhabern von Fubus-Genussrechten Geld zurückfordern. Das berichten mehrere Medien unter Bezug auf das Schreiben, dass den Anlegern Anfang August zuging. 

Konkret werden darin Gewinnausschüttungen für die Jahre 2009 bis 2012 in Höhe von insgesamt fast 12 Millionen Euro zurückgefordert. Begründet wird dies damit, dass es sich bei dem damals an die Anleger ausgezahlten Geld um sogenannte Scheingewinnausschüttungen auf Genussrechte handelte.

Wo kein Gewinn, da kein Zins…

Erneut erstellte Jahresabschlüsse der besagten Jahre im Auftrag Küblers hätten aber gezeigt, dass anstatt einem Gewinn jeweils ein Verlust von durchschnittlich etwa 90 Millionen Euro erwirtschaftet wurde, berichtet das Finanzmagazin Fonds professionell. "Gewinnabhängige Renditen hätten daher nicht ausgezahlt werden dürfen“, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters dem Magazin.

Weiter heißt es, Kübler sei sogar verpflichtet, das Geld bei den Genussrechteinhabern einzufordern, da er sich sonst gegenüber den übrigen Insolvenzgläubigern regresspflichtig machen würde. Wie berichtet wird, hätten die zur Rückzahlung aufgeforderten Anleger jedoch die Möglichkeit zur "Einrede der Entreicherung", auf die der Insolvenzverwalter in seinem Schreiben sogar selbst hinweist. Das bedeutet, dass sie das erhaltene Geld bereits ausgegeben haben und deshalb nicht mehr zurückzahlen können. Dies bedarf aber anscheinend einer aufwendigen juristischen Prüfung.

…und keine Steuern

Wie Fonds professionell weiter berichtet, will Kübler aufgrund der neuen Jahresabschlüsse auch die in den Jahren 2009 bis 2012 gezahlte Gewerbesteuer von der Stadt Dresden zurückverlangen. Da die Unternehmen eigentlich dauerhaft Verluste erwirtschaftet haben, hätten sie auch keine Steuern zahlen müssen, so die Begründung.

Insgesamt würde die bislang herangezogene Insolvenzmasse bei rund 170 Millionen Euro liegen und damit 20 Millionen höher als in 2016. Der Insolvenzverwalter hatte vergangenes Jahr in Aussicht gestellt, den Anlegern bis zu 20 Prozent ihrer Ersparnisse zurückzahlen zu können

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