Gewerbeversicherung: Wie Makler ihr Geschäft ankurbeln

Berater Top News von Florian Burghardt

Viele Makler begegnen dem Gewerbesegment noch mit viel Respekt, weiß Christopher Leifeld, Geschäftsführer von Gewerbeversicherung24. Die Plattform sieht in der Sparte aber enormes Potenzial. Wie sie Vermittlern helfen will, dieses zu heben, erzählte Leifeld procontra.

Wittert durch die zunehmende Digitalisierung der Gewerbeversicherung viel Potenzial für Vermittler: Gewerbeversicherung24-Chef Christopher Leifeld.

Wittert durch die zunehmende Digitalisierung der Gewerbeversicherung viel Potenzial für Vermittler: Gewerbeversicherung24-Chef Christopher Leifeld. Bild: Gewerbeversicherung24

procontra: Schrecken viele Vermittler vor dem Thema Gewerbeversicherung zurück und falls ja, woran liegt das?  

Christopher Leifeld: In der Tat begegnen immer noch viele Makler dem Gewerbesegment mit großem Respekt. Die Gewerbebranche ist in über 1.500 Betriebsarten aufgeteilt, welche alle ihre eigenen versicherungsrelevanten Facetten in die Arbeit des Versicherungsmaklers einbringen – von Bedarf und Risikoerfassung bis zu den Konzepten und der Betreuung.  

Hinzu kommt, dass dieser komplexe Gewerbemarkt bisher so gut wie gar nicht digitalisiert wurde. Das ist natürlich eine ungünstige Kombination: Der Versicherungsmakler wurde bislang sozusagen hilflos im Dunkeln gelassen. Das ist jetzt aber Vergangenheit: Mit moderner Vertriebsunterstützung und kompetenten Experten in den Backoffices der Vertriebe braucht heute kein Makler mehr vor dem Gewerbegeschäft zurückschrecken!    

procontra: Warum sollten sich Makler überhaupt mit dem Thema Gewerbe auseinandersetzen? Welche Vorteile bietet ihnen diese Sparte?  

Leifeld: Der Markt für Gewerbeversicherungen ist aus mehreren Gründen hochgradig attraktiv für Versicherungsmakler. Zum einen ist der Markt für Gewerbeversicherungen noch nicht völlig gesättigt. Deutsche Unternehmen sind grundsätzlich eher unterversichert. Zum anderen sind Gewerbeversicherungen dank der Courtage eine sichere Einnahmequelle.  

Hinzu kommt: Im Vergleich zu anderen Segmenten, wie zum Beispiel der Lebensversicherung, ist die Stornofrist bei Gewerbeversicherungen mit nur einem Jahr deutlich niedriger. Eine weitere gute Nachricht für Makler ist: Statistisch gesehen sind knapp 10 Prozent des (Privat-)Bestands eines Versicherungsmaklers als Selbstständige, Gewerbetreibende oder Freiberufler tätig und lassen sich somit direkt aktivieren.        

procontra: In welchen Branchen herrscht besonders große Nachfrage beziehungsweise besonders großer Versicherungsbedarf?  

Leifeld: Ganz besonders großer Versicherungsbedarf besteht selbstverständlich bei Existenzgründern. Jedes Unternehmen benötigt anfangs in der Regel eine Betriebshaftpflichtversicherung und oft auch eine Inhaltsversicherung – abhängig von der Branche fallen weitere Versicherungen an. Auch bei beratenden Berufen beobachten wir eine hohe Nachfrage, denn hier ist die Vermögensschadenhaftpflicht für viele Berufe sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Versicherungspflicht für weitere Berufe wird zudem immer mal wieder auf den Prüfstand gestellt – Immobilienmakler beispielsweise könnten in Zukunft zur einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verpflichtet werden.  

Der Versicherungsbedarf ist aber auch bei Branchen mit besonders großem Schadensrisiko hoch. Hierzu zählen unter anderem Handwerker oder IT-Unternehmen. Ein weiterer Trend sind Cyberversicherungen: Durch die Digitalisierung steigt auch die Anfälligkeit für Cybergefahren. Solche neuen Versicherungskonzepte stellen einen völlig neuen und branchenübergreifenden Versicherungsbedarf dar.    

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