Die Lebensversicherer mit der höchsten Verwaltungskostenquote

LV-Check Top News von Martin Thaler

Die Lebensversicherer werden immer effizienter - auch im vergangenen Jahr konnten sie ihre Verwaltungskostenquote erneut senken. Doch zwischen den einzelnen Anbietern bestehen enorme Unterschiede.

Bei den Verwaltungskostenquoten gibt es große Unterschiede.

Bei den Verwaltungskostenquoten gibt es große Unterschiede. Foto: cloudhoreca - Pixabay.de

Für die deutschen Lebensversicherer lesen sich diese Zahlen gut. Die Verwaltungskostenquote, also die für die Vertragsbetreuung und –verwaltung anfallenden Sach- und Personalkosten im Verhältnis zu den gebuchten Brutto-Beiträgen, verringerte sich laut procontra-LV-Check im vergangenen Jahr auf 2,23 Prozent. Damit gingen die Verwaltungskosten gegenüber 2015 (2,25 Prozent) leicht zurück.

Seit Jahren schaffen die Lebensversicherer es hier, ihre Kostenquote zu senken – 1985 lag diese noch über 6 Prozent.  

 

Wer aufgrund der Digitalisierung höhere Einspareffekte seitens der Versicherer erwartet hatte, sieht sich getäuscht – mit 0,02 Prozent fiel der Rückgang doch eher bescheiden aus. Dabei ist eines der Ziele der Digitalisierung doch, mittels verstärkter Automatisierung und Dunkelverarbeitung die Kosten zu reduzieren.

Doch kurzfristige Effekte seien durch die Digitalisierung hier nicht zu erwarten, merkt Frank Karsten, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. gegenüber procontra an: „Die Digitalisierung erhöht zunächst einmal die Verwaltungskosten. Das sehen wir auch im Markt, wo nach Angaben des GDV die IT-Kostenquote in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist.“ Weitere Kosten würden zudem durch die Automatisierung von Solvency II entstehen.  

Zwischen den einzelnen Anbieter klaffen allerdings große Unterschiede. Die Direktanbieter Europa und CosmosDirekt weisen traditionell niedrigen Quoten aus. Aber auch die Bestandsstruktur beeinflusst die Quoten. Stuttgarter-Vorstand Karsten weist in diesem Zusammenhang auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Unternehmen hin: „So haben Gesellschaften mit hohem Einmalbeitragsgeschäft oder mit großen bAV-Bestände niedrigere Verwaltungskosten, weil ihre Beitragsvolumina höher sind.“

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