Die Crux mit den BU-Statistiken

Berater Top News von Martin Thaler

Diese Zahlen seien jedoch mit Vorsicht zu genießen, bemerkte BU-Makler Gerd Kemnitz im vergangenen Jahr in seinem Blog. So würden diese Zahlen beispielsweise nicht die Zahl der BU-Interessanten enthalten, die nach ersten Informationen bereits erkannt hätten, dass der BU-Schutz für sie unbezahlbar ist.  

Noch umstrittener dürfte die Zahl des GDV sein, dass 77 Prozent aller Leistungsanträge anerkannt würden. Diese Zahl war vom Versicherungsverband bereits im vergangenen Jahr genannt worden und hatte Kritik hervorgerufen, unter anderem vom Hannoveraner Analysehaus Franke & Bornberg. Dieses monierte, dass die präsentierten GDV-Daten ausschließlich auf Angaben der befragten Unternehmen beruhten. Eine externe Prüfung sei deshalb gar nicht möglich.  

Franke & Bornberg selbst waren auch zu ganz anderen Werten gekommen. Bezogen auf alle Anträge hatte die Leistungsquote demnach knapp 65 Prozent betragen. Erst wenn man auch die Fälle berücksichtigte, in denen die Anträge zurückgezogen wurden bzw. die aufgrund fehlender Mitwirkung eingestellt wurden, kam man auf eine Quote von fast 75 Prozent.  

Nachgebessert hat der GDV baut Franke & Bornberg indes bei der Angabe der Bearbeitungszeit. Hier werde nun verdeutlicht, dass die angegebenen 13 Tage erst ab Vorliegen aller Unterlagen gelten. Bleibt die Frage, ob diese Zahl für den Kunden von Bedeutung ist. „Aus unserer Sicht wird die Bedeutung der Regulierungsdauer weiterhin heruntergespielt“, erklärte Christian Monke, Bereichsleiter Analyse bei Franke & Bornberg auf procontra-Nachfrage.  

„Für den Betroffenen – also den Antragssteller im Leistungsfall – zählt sicherlich die Gesamtregulierungsdauer von der Meldung des Leistungsfalles bis zur Entscheidung des Versicherers mehr, und dabei handelt es sich nach unseren Erhebungen im Durchschnitt um Zeiträume von rund einem halben Jahr.“

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