Die 3 Probleme des deutschen Immobilienmarkts

Sachwerte von Florian Burghardt

In Deutschland wird weiter fleißig gebaut. Welche Risiken daraus entstehen, hat das IW Köln in einer Studie ermittelt. Was auf Eigentümer, Mieter und Investoren zukommt.

Eines der aktuellen Risiken für den deutschen Immobilienmarkt ist laut dem IW Köln, dass in den ländlichen Gebieten zu viele Einfamilienhäuser über Bedarf gebaut werden.

Eines der aktuellen Risiken für den deutschen Immobilienmarkt ist laut dem IW Köln, dass in den ländlichen Gebieten zu viele Einfamilienhäuser über Bedarf gebaut werden. Bild: 2211438/Pixabay

Soviel vorneweg: Deutschland droht keine Immobilienblase mit plötzlich stark sinkenden Werten. Was der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) kürzlich feststellte, bestätigt nun auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer aktuellen Studie, die auf selbst recherchierten Fakten basiert.

Vielmehr würde die Nachfrage besonders in den Ballungszentren immer noch deutlich über dem Angebot liegen, weil dort zu wenig Bauland zur Verfügung steht. „Ein plötzlicher Preisverfall ist also unwahrscheinlich“, heißt es von Seiten der Studienautoren. Allerdings haben sie drei ganz konkrete Risiken ausgemacht, die sich auf Mieten und Kaufpreise auswirken werden.

  • In vielen ländlichen Regionen würden zu viele Einfamilienhäuser (EFH) entstehen. „Die meisten ländlichen Gebiete sind überversorgt, die Haus- und Grundstückspreise werden hier perspektivisch wieder fallen“, erklärt IW-Wissenschaftler und Studienautor Professor Dr. Michael Voigtländer. Seine Ergebnisse zeigen, dass nur in unmittelbar an Großstädte grenzenden Gemeinden noch EFH-Bedarf zu erkennen ist.

  • Dagegen fehle es in einigen großen Städten an Wohnungen. Investoren peilen hier seit Jahren die Zielgruppe der Studenten an und bauen viele Mikroappartements, allerdings in der gehobenen Preisklasse. Diese seien den Studenten aber oft zu teuer und sie seien auch ungleich verteilt, so das IW Köln. Beispielsweise sei in Frankfurt der Bedarf zu 50 Prozent über-, in Düsseldorf zu 90 Prozent unterdeckt. Laut der IW-Studie wird die Zahl der 18- bis 25-Jährigen und somit auch der Studenten bis 2030 um mehr als 10 Prozent abnehmen. Was dann mit den speziellen Studentenwohnungen passieren soll, ist fraglich.

  • Auch wenn an ihr bereits viel Kritik laut wurde, könnte die Mietpreisbremse vor allem in Großstädten sowohl die Mieten als auch die Kaufpreise stark beeinflussen. Laut IW würde sie bereits jetzt schon für Unsicherheit bei Immobilien-Investoren sorgen. „Sie funktioniert zwar nachweislich nicht, dennoch wollen fast alle Parteien an ihr festhalten“, sagt Voigtländer. Sollte sie nach der Bundestagswahl noch verschärft werden, so könnte sie einerseits die Mieten stabilisieren beziehungsweise langsamer steigen lassen. Andererseits, erklärt das IW, müssten dann Investoren-Kalkulationen, die auf weiter steigenden Mieten beruhen, verworfen werden, was die Preise drücken würde.