Debeka verspricht sinkende PKV-Beiträge, aber…

Versicherungen von Florian Burghardt

Der PKV-Marktführer Debeka kündigt nach einem von Beitragserhöhungen geprägten Jahr 2017 baldige Entlastungen an. Nicht wenige Versicherte erwartet jedoch das Gegenteil.

PKV-Marktführer Debeka kündigte für 2018 sowohl Beitragserhöhungen als auch -senkungen an.

PKV-Marktführer Debeka kündigte für 2018 sowohl Beitragserhöhungen als auch -senkungen an. Bild: Debeka

Die Debeka ist sowohl nach Beitragseinnahmen als auch gemessen an der Zahl der Vollversicherten der größte private Krankenversicherer in Deutschland. Für rund 1,2 Millionen seiner Voll- und Zusatzversicherten kündigte das Koblenzer Unternehmen nun sinkende Beiträge an, die ab 2018 gelten sollen.

Die Kunden erwartet eine durchschnittliche Reduzierung um 1,5 Prozent, teilte die Debeka mit. Zusätzlich soll eine noch nicht genau bekannte Anzahl von älteren Versicherten ab dem 60. respektive 81. Lebensjahr entlastet werden, indem gesetzliche Zuschläge wegfallen und zusätzliche garantierte Beitragssenkungen greifen. Zu den geplanten Reduzierungen sagte der Debeka-Vorstandsvorsitzende, Uwe Laue: „Entgegen vieler Vorurteile gibt es auch so etwas in der privaten Krankenversicherung.“

Auch Erhöhungen geplant

Im selben Atemzug erklärte der Branchenprimus aber auch, dass im kommenden Jahr rund 125.000 Versicherte von Beitragserhöhungen betroffen sein werden. Im Wesentlichen gehe es dabei um Verträge für Kinder, für die mehr Versicherungsleistungen in Anspruch genommen wurden, heißt es von Unternehmensseite. Die Erhöhungen sollen bei durchschnittlich drei Prozent liegen.

Bezogen auf die größten privaten Krankenversicherer mit mehr als 200.000 Vollversicherten hatte die Debeka die Beiträge ihrer Vollversicherungstarife in diesem Jahr um durchschnittlich 8,5 Prozent angehoben – der höchste Wert in dieser „Rangliste“.

Appell an Gesetzgeber

Dazu Laue: „Die teilweise deutlichen Erhöhungen in 2017 – nach mehreren Jahren stabiler Beiträge – ergaben sich unter anderem deshalb, weil die gesetzlichen Vorschriften eine zeitnahe Anpassung an veränderte Leistungsausgaben und Rechnungsgrundlagen nicht zugelassen haben. Würden diese Regelungen geändert, könnten Beitragsanpassungen in moderaten Schritten erfolgen. Das läge auch im Interesse der Versicherten.“

Auf die Forderung der Krankenversicherer nach mehr gesetzlicher Flexibilität bei den Beitragsanpassungen hatte dieser Tage auch die Rating-Agentur Assekurata in ihrem Marktausblick für die Krankenversicherung hingewiesen. 

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