Wo Wohnungen noch als Schnäppchen gelten

Sachwerte von Martin Thaler

Als verhältnismäßig günstig bewerten die Postbank-Experten auch noch die Kaufpreise in Städten wie Hannover (20,8 Jahreskaltmieten), Essen (18,3), Dortmund (18,2) oder Bremen (19,8). Hier sei ein Erwerb besonders attraktiv, da die Mietpreise bereits relativ hoch seien. So würden Menschen in Bremen für die Kaltmiete einer 70-Quadratmeter-Wohnung über 30 Prozent ihres Einkommens zahlen, in Hannover sind es knapp 28 Prozent.  

Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen, gelten also für Menschen, die alleine leben. Menschen in Beziehungen mit doppelten Einkommen müssen dementsprechend weniger ihres Einkommens für die Miete aufbringen, so dass sich hier die Kauffrage noch einmal neu stellt.  

Die wichtigste Frage für potenzielle Käufer ist dann auch nicht diejenige nach der Höhe des Jahreskaltmieten-Indikators, sondern die, auf die auch die Postbank selbst hinweist: „Passt die Immobilie zu mir und meiner Zukunftsplanung?“ Denn eine Immobilie, die man nicht selbst nutzen möchte, in einer Region, aus der die Bevölkerung flieht, ist nur auf den ersten Blick eine günstige Gelegenheit. Diese später wieder zu verkaufen, dürfte sich nämlich als schwierig erweisen und eventuell nur unter großen Wertverlusten möglich sein.  

Auch weitere Faktoren sollten beim Immobilienkauf einbezogen werden, wie auch die Postbank bemerkt: „Die Investition in Wohneigentum kann dann durchaus auch in Regionen sinnvoll sein, in denen die Immobilienpreise im Vergleich zu den Mieten eher hoch sind.“ 

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