SOVAG auf geordnetem Rückzug

Versicherungen von Michael Fiedler

Wie wird es bei SOVAG weitergehen? Vorstand Arndt Gossmann kündigt gegenüber procontra Stellenstreichungen an und erklärt, worin seine Aufgabe bis Ende 2018 besteht.

SOVAG-Vorstand Arndt Gossmann

SOVAG-Vorstand Arndt Gossmann spricht mit procontra über geordneten Rückzug und Restrukturierung. Bild: DARAG, 2013, Archiv

„An betriebsbedingten Kündigungen werden wir nicht vorbeikommen“, so Gossmann gegenüber procontra. Doch eine Größenordnung – wie viele der etwa 60 Mitarbeiter bleiben können - lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Eine Zielgröße für den verbleibenden Mitarbeiterstamm gibt es nicht. Wichtig sei aber, dass es darum geht, das Unternehmen selbst zu erhalten, so Gossmann. Der SOVAG-Vorstand beschreibt seine Aufgabe so: „Ende 2018 wird SOVAG gerade so schlank sein, dass der Versicherungsbetrieb aufrechtgehalten werden kann.“ Quasi eine leere Plattform mit Versichererlizenz. Haben die Aktionäre bis dahin ihre strategischen Vorhaben mit SOVAG konkretisiert, könne entsprechend neu aufgesetzt werden.

Nun muss für die Bestandsverträge eine „vernünftige Lösung“ gefunden werden, so Gossmann. Die könnte im Bereich Bestandsverkauf/-übertragung an einen Run-Off-Spezialisten zu finden sein. Gespräche dazu seien in Vorbereitung, so Gossmann gegenüber procontra.
Der Bestand ist allerdings recht heterogen. So gibt es über Makler eingereichtes Privatkundengeschäft, Verträge mit Assekuradeuren aber auch institutionelles Geschäft, das über London abgewickelt wird. „Insgesamt liegt die Vertragsanzahl im fünfstelligen Bereich“, so Gossmann. Aber es seien auch Rückversicherungsverträge dabei, deren Volumen vergleichbar mit der Wohngebäudesparte eines kleinen Versicherers ist.
In den nächsten Wochen werde es intensive Gespräche geben. Fahrplan für die Restrukturierung:
Gegen Ende des 1. Quartals 2018 könnte es schon eine Lösung Teilbestände geben. Was dann auf jeden Fall möglich sein wird: Der Bilanzvergleich 2016/2017. „Anhand der dann vorliegenden Zahlen wird man sehen, dass die Fortsetzung des Privatkundengeschäfts aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr sinnvoll war“, so Arndt Gossmann. Bis Ende 2018 soll die Restrukturierung abgeschlossen sein.

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