Solvency II: Die Netto-Quoten der PKV-Anbieter

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Die Brutto-Solvabilitätsquoten der Versicherer lassen sich schlecht vergleichen, sagen Kritiker. Grund für das Info-Portal PKV-Wiki, die Netto-SCR-Quoten von 39 privaten Krankenversicherern auszurechnen. Teilweise gibt es große Unterschiede.

Stellenweise gibt es große Unterschiede zwischen den Brutto- und Netto-SCR-Quoten der privaten Krankenversicherer.

Stellenweise gibt es große Unterschiede zwischen den Brutto- und Netto-SCR-Quoten der privaten Krankenversicherer. Bild: Pexels/Pixabay

Im Mai haben 340 deutsche Versicherungsunternehmen ihre Solvabilitätsquoten gemäß den Vorgaben von Solvency II veröffentlicht – und damit in der Branche für sehr verschiedene Meinungen gesorgt.

Ein zentraler Kritikpunkt an den Quoten ist, dass sich diese nur schwer miteinander vergleichen lassen. Als Gründe dafür werden genannt, dass manche Versicherer Übergangsmaßnahmen für risikofreie Zinssätze (§ 351 VAG) und für versicherungstechnische Rückstellungen (§ 352 VAG) in Anspruch nehmen oder Volatilitätsanpassungen vornehmen (§ 82 VAG). Wie die BaFin kürzlich mitteilte, sei das bei 29 von 84 Lebensversicherern der Fall.

Netto-Quoten ausgerechnet

Solche Maßnahmen finden auch in der privaten Krankenversicherung Anwendung. Das Info-Portal PKV-Wiki hat deshalb die Netto-Solvenzquoten aller privaten Krankenversicherer ausgerechnet, um eine bessere Vergleichbarkeit der Anbieter zu schaffen.

Genauer gesagt geht es um die Netto-SCR-Quote (Solvency Capital Requirement). Dafür wurden von den vorhandenen Basiseigenmitteln die versicherungstechnischen Rückstellungen (Übergangsmaßnahmen) abgezogen sowie die Volatilitätsanpassung auf null gesetzt.

Im Standardmodell für die Berechnung der Quoten (dieses wenden 35 der 39 untersuchten Versicherer an) wird angenommen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz des Unternehmens für das Folgejahr maximal 0,5 Prozent beträgt, also im Schnitt alle 200 Jahre eintreten wird. „Eine SCR-Bedeckungsquote von 100 Prozent bedeutet, dass bei Eintritt eines 200-Jahresereignisses die Unternehmensfortführung sichergestellt ist“, erklärt PKV-Wiki-Betreiber Marcus Dippold.

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