Neuer Munich Re-Chef: „Ergo wird liefern.“

Versicherungen von Florian Burghardt

Seit April ist Joachim Wenning Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re. In einem Zeitungsinterview spricht er unter anderem auch über die Probleme mit der Tochter Ergo und macht eine Vorhersage für Makler und Vertreter.

Unter seiner Führung soll die Ergo liefern: Der neue Munich Re-Chef Joachim Wenning.

Unter seiner Führung soll die Ergo liefern: Der neue Munich Re-Chef Joachim Wenning. Bild Munich Re

Bei der Ergo gibt es bekanntermaßen einige Baustellen. Seit Jahren schreibt die Düsseldorfer Versicherungsgruppe rote Zahlen – auch wenn es zuletzt wieder etwas bergauf ging. Wie es von Unternehmensseite heißt, seien dies bereits Effekte des laufenden Programms zur Umstrukturierung der Gruppe, infolgedessen bis 2021 rund 1.800 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Parallel dazu wird die Ergo Direkt bis 2019 ihr Neugeschäft im Leben- und Unfall-Bereich einstellen.

Aufgrund der negativen Ergebnisse ihrer Erstversicherungstochter Ergo musste sich deren Konzernmutter Munich Re auf den letzten Jahreshauptversammlungen regelmäßig auch Kritik von Seiten der Aktionäre anhören. Seit April ist nun der neue Munich Re-Chef Joachim Wenning am Ruder. Im heute veröffentlichten Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) äußerte er sich auch zu seinen Plänen mit der Erstversicherungstochter.

Stellenabbau: Schmerzhaft, aber leider notwendig

So betonte Wenning gegenüber der SZ, dass außer den 1.800 Arbeitsplätzen kein weiterer Stellenabbau nötig sei, um die Ergo zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen. Dieser sei zwar schmerzhaft, aber leider notwendig, erklärte Wenning. Auf die Frage, ob der Erstversicherer nach den zwei Milliarden Euro Sanierungsbudget schon bald die nächste Milliarde benötigen werde, sagte der Rückversicherungs-Chef: „Die wird nicht abgefordert werden. Ergo wird liefern.“

In der Bündelung der Kompetenzen von Munich Re und Ergo sehe Wenning zudem einen strategischen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Die Probleme der Ergo in der Vergangenheit wolle er aber auch nicht wegreden.

Makler bleiben das dominierende Modell

Wenning betonte auch das zunehmend „hybride“ Verhalten der Kunden. Diese würden heute nicht mehr einfach auf den Vermittler hören und kaufen, sondern vor und nach dem Kauf online recherchieren. Da der digitale Markt weiter wachse, sei auch die Investition in den Ergo-eigenen Online-Versicherer Nexible notwendig.

Doch trotz aller digital ausgelegten Strategien im Hause Ergo sagte der neue Chef des weltgrößten Rückversicherers: „Was das Verhältnis zwischen Verbrauchern und klassischem Versicherer angeht, denke ich, dass die persönliche Vermittlung durch Vertreter und Makler noch eine ganze Zeit lang das dominierende Modell bleibt.“