Generali streicht Überschüsse für Privatrenten

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Der deutsche Ableger des italienischen Versicherers kürzt die Leistungen bereits laufender Renten. Betroffen sind fast 30.000 Kunden der Garantiezins-Generation von 1,75 Prozent. Schuld sei die Niedrigzinsphase.

Eine Beteiligung an den Überschüssen können nur noch solche Generali-Privatrenten erhalten, deren Garantiezins unter 1,75 Prozent liegt.

Eine Beteiligung an den Überschüssen können nur noch solche Generali-Privatrenten erhalten, deren Garantiezins unter 1,75 Prozent liegt. Bild: Generali

Im Ranking der fünf größten Lebensversicherer ist die Generali Deutschland zwar auf den fünften Rang abgerutscht – viele Kunden zählt das Unternehmen aber dennoch. Nicht wenige von ihnen dürften bei der nächsten Auszahlung ihrer privaten Rente etwas unerfreut dreinblicken. Denn wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, kürzt der Versicherer ab sofort die Rentenleistung von Verträgen, die sich bereits in der Auszahlungsphase befinden.

Dies hat ein Sprecher des Unternehmens auch auf procontra-Nachfrage bestätigt. Von den Kürzungen betroffen sind 27.600 Verträge. Natürlich kann die Generali nicht weniger auszahlen als die vertraglich vereinbarten garantierten Leistungen. Ab einem Garantiezins von 1,75 Prozent (galt in den Jahren 2012 bis einschließlich 2014) wird nun aber keine Überschussbeteiligung mehr ausgeschüttet. Nur Policen mit einem geringeren Garantiezins können noch auf Überschüsse hoffen.

Betroffen sind sowohl Verträge, die ihre Überschussbeteiligung in Form einer jährlichen Rentensteigerung erhalten als auch solche, die ihre Überschüsse als Rentenzuschlag in Form einer Zusatzrente beziehen.

Dem Niedrigzins geschuldet

„Wir können den Unmut einiger Kunden, dass wir Renten anpassen mussten, gut nachvollziehen. Diese sind jedoch das Ergebnis der langanhaltenden Niedrigzinsphase, die Auswirkungen auf nahezu alle Kapitalanlageprodukte im Markt hat. Mit der Senkung der laufenden Gesamtverzinsung stellt das Unternehmen sicher, dass die Rentenzahlungen an das gesamte Versichertenkollektiv auch bei einer langanhaltenden Niedrigzinsphase gewährleistet werden“, erklärte ein Generali-Sprecher gegenüber procontra.

Dass die laufende Gesamtverzinsung wieder ansteigt, sei natürlich möglich, heißt es von Unternehmensseite. Dies müsse jedoch das Zinsumfeld zulassen.