G20-Gipfel: Wer zahlt für welche Schäden?

Berater von Michael Fiedler, Martin Thaler und Florian Burghardt

Der G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg könnte neben breiten Protesten auch Sachbeschädigung mit sich bringen. procontra zeigt, worauf Versicherte achten sollten und an welche Ereignisse sich die Versicherer ungern zurückerinnern.

Bleibt zu hoffen, dass es beim G20-Gipfel in Hamburg nicht zu solchen Ausschreitungen kommt wie bei den Blockupy-Protesten 2015 in Frankfurt.

Bleibt zu hoffen, dass es beim G20-Gipfel in Hamburg nicht zu solchen Ausschreitungen kommt wie bei den Blockupy-Protesten 2015 in Frankfurt. Bild: Picture Alliance

Am 7. und 8. Juli findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Über 100.000 Menschen wollen dann friedlich gegen die Politik der großen Industrie- und Schwellenländer protestieren. Erwartet werden laut Schätzungen aber auch bis zu 8.000 gewaltbereite Gipfel-Gegner. Bereits Tage vor dem Treffen der Regierungschefs kam es zu ersten Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Da einige der gewaltbereiten Demonstranten, die teilweise auch aus dem Ausland anreisen wollen, vor Sachbeschädigung nicht zurückschrecken, gilt es quasi schon als sicher, dass es in den nächsten Tagen zu erheblichen Schäden kommen wird, beispielsweise an Fahrzeugen und Gebäuden.

Kasko sei Dank

Beim Thema Demonstrationen und Vandalismus ist nicht jedem gleich klar, wie es um seinen Versicherungsschutz bestellt ist. Mit dem Auto beispielsweise sollten bei solchen Großveranstaltungen die Sicherheitszonen besser gemieden werden. In Hamburg sind das am Wochenende die Gebiete rund um die Hamburger Messe und um die Elbphilharmonie.

Wird das Auto dennoch im Zuge einer Demonstration beschädigt, greift die Kaskoversicherung. Die Teilkasko leistet beispielsweise für Schäden durch Brände und Explosionen sowie zerstörte Autoscheiben. Die Vollkasko übernimmt darüber hinaus alle Schäden durch Vandalismus.

Blick in die Police empfohlen

Etwas komplexer wird es bei Schäden an Gebäuden. Der GDV informiert: „Die Private Wohngebäude- und Hausratversicherung sowie die gewerbliche Sachversicherung leisten bei Feuerschäden, beispielsweise wenn bei einer Demo ein Brandsatz in ein Haus geschleudert wird.

Schwieriger wird es bei reiner Sachbeschädigung. Häufig sind Schäden an Türen oder Jalousien nur in Verbindung mit (versuchtem) Einbruchdiebstahl versichert. Auch für Vandalismus-Delikte wie Graffiti oder etwa Steinwürfe, durch die der Außenputz abblättert kommt es auf den jeweiligen Passus in den Versicherungsbedingungen an.

„Einige Versicherer bieten jedoch Premiumprodukte an, mit denen böswillige Beschädigungen und innere Unruhen versichert werden können. Hausbesitzer und Mieter sollten einen prüfenden Blick in ihren Versicherungsvertrag werfen“, empfiehlt der GDV.

Schutz für Gewerbetreibende

Für Gewerbetreibende zählt Vandalismus zu den meistgefürchteten Gefahren. Häufig werden auch Glasscheiben zum Opfer für Randalierer, wie bei den Übergriffen Anfang vergangenen Jahres in Leipzig. Wer auf Nummer sichergehen will, für den empfiehlt sich neben einer Glasversicherung auch ein Extended Coverage-Baustein oder gleich eine gewerbliche Allgefahren-Police. Zahlreiche Informationen zur Absicherung von Gewerbebetrieben finden sich auf der procontra-Themenseite „Gewerbe“.

Zwar kommen Veranstaltungen wie der G20-Gipfel in Deutschland nicht allzu oft vor. Generell sorgen sie dann aber häufig für Arbeit bei den Versicherungsunternehmen. Bleibt zu hoffen, dass es am Wochenende nicht so zu solchen Ausmaßen kommt wie bei den Veranstaltungen in unserer Bilderstrecke bei denen es neben vielen Verletzten auch jeweils hohe Sachschäden zu beklagen gab.

Hier krachte es in der Vergangenheit

„Chaostage“ in Hannover
„Das war fast wie im Bürgerkrieg“, wird der damalige Chef der Landesbereitschaftspolizei Hans-Dieter Klosa zitiert. Vom 3. bis zum 6. August 1995 brennen in Hannover Barrikaden. Polizeibeamte werden angegriffen, ein Supermarkt wird geplündert. Bilanz: Etwa 240 Beamte und 200 Punks werden verletzt, der Sachschaden beträgt rund 460.000 Euro. Bild: dpa
 
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