Digitaler Vertrieb wächst nur langsam

Berater von Florian Burghardt

InsurTechs drängen auf den Markt, Versicherer investieren in ihren digitalen Direktvertrieb - dennoch werden laut der Sigma-Studie der Swiss Re in Westeuropa vier von fünf Euro beim persönlichen Vermittler verdient. Das hat vor allem einen Grund.

In Westeuropa ist der Versicherungsvertrieb via App, Online-Vergleichsportal oder Direktvertrieb laut der Siwss Re immer noch ein zartes Pflänzchen.

In Westeuropa ist der Versicherungsvertrieb via App, Online-Vergleichsportal oder Direktvertrieb laut der Siwss Re immer noch ein zartes Pflänzchen. Bild: Guetli/Pixabay

Allen digitalen Bestrebungen zum Trotz: Der westeuropäische Versicherungsvertrieb liegt immer noch fest in der Hand der persönlichen Vermittler. Das besagt die aktuelle Sigma-Studie der Swiss Re. Für diese hat der Schweizer Rückversicherer angefragte und öffentlich zugängliche Informationen von privaten und staatlichen Versicherungsunternehmen aus 147 Ländern ausgewertet.

Zwar tut sich in diesem Bereich derzeit viel in Deutschland und seinen Nachbarländern. So will der Großteil der Versicherer seine technischen Endkunden-Angebote stärken, die erste vollständig digitale BU-Versicherung ist seit Juni auf dem Markt und erst vor kurzem füllte ottonova diese Lücke in der PKV-Sparte. Projekte wie diese werden ihren Effekt auf einen digitaleren Vertrieb aber erst in den nächsten Jahren entfalten.

Bislang nur geringer Effekt

Ähnlich verhält es sich laut der Sigma-Studie beispielsweise in Großbritannien, wo bereits knapp ein Viertel aller Kfz-Versicherungen im Internet abgeschlossen werden. Oder in Belgien und Frankreich, wo besonders in der Lebensversicherung ein Anstieg von Online-Abschlüssen erkennbar ist.

Im Vergleich mit anderen Regionen der Welt zieht es die westeuropäischen Kunden beim Vertragsabschluss aber besonders häufig zum persönlichen Vermittler. Laut der Swiss Re lag der Anteil der Prämien, die durch persönliche Vermittler generiert wurden im Leben-Geschäft bei rund 85 Prozent und im Nicht-Leben-Geschäft bei rund 80 Prozent. Beide Werte sind seit 2012 um etwa zwei Prozent gesunken während es in Skandinavien oder Asien Veränderungen um rund zehn Prozent gab.

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