BaFin sieht bei Solvenzberichten Licht und Schatten

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die deutsche Finanzaufsicht hat eine detaillierte Auswertung der Solvenzberichte der Versicherer vorgelegt. Das Gesamtergebnis fällt dabei durchaus positiv aus - Grund zur Beschwerde gibt es dennoch.

Bewertet die Untersuchung als positiv, weist aber auf Mängel hin: BaFin-Exektuvidirektor Frank Grund.

Bewertet die Untersuchung als positiv, weist aber auf Mängel hin: BaFin-Exektuvidirektor Frank Grund. Foto: BaFin

Unmittelbar nachdem der Bund der Versicherten (BdV) eine Auswertung der Solvenzberichte der deutschen Versicherer vorgelegt hat, veröffentlichte nun auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin ihre angekündigte detaillierte Analyse zum Thema (eine erste Analyse hatte die BaFin bereits im Juni vorgelegt). Hierbei ging die Aufsicht auch – wie zuvor der BdV – auf Punkte wie die Transparenz der Berichte, das sogenannte narrative Berichtswesen ein.  

Insgesamt zeigte sich die BaFin zufrieden: Die durchschnittliche Solvenzquote aller Versicherer beträgt 330 Prozent. Exekutivdirektor Dr. Frank Grund kommentierte: „Mit dem  ersten Durchlauf des SFCR [Solvency and Financial Condition Report] sind wir zufrieden. Das Ergebnis ist positiv.“ Einschränkend warf Grund allerdings ein: „Es gibt aber natürlich noch Mängel, die abgestellt werden müssen. Daran werden wir als Aufsicht gemeinsam mit den Unternehmen arbeiten.“  

Defizite machte die Finanzaufsicht noch beim Umfang und der Detailtiefe der Angaben aus. So wurden manche Punkte von den Versicherern nicht oder nur unzureichend beantwortet, teils waren die Ausführungen, beispielsweise zur Vergütungspolitik, nicht umfassend genug. Manchmal begnügten sich die Versicherer damit, die gesetzlichen Anforderungen wiederzugeben – wie sie diese aber mit Leben füllen wollten, blieb unerwähnt. „Von einigen Unternehmen wird daher künftig deutlich mehr Substanz erwartet werden“, heißt es weiter im Bericht.  

Mängel bei Transparenz

Auch im Hinblick auf die Transparenz und Vergleichbarkeit verteilte die BaFin Rügen an einige Versicherer – dieser Punkt war in der vergangenen Woche bereits vom BdV angemahnt worden. Bei der Transparenz seien die Unternehmen teilweise „zu stark dem Wortlaut der Anforderungen“ verhaftet, moniert die BaFin.

So würden viele Angaben isoliert abgeben, und nicht „alle relevanten Informationen adressatengerecht im Gesamtzusammenhang“ dargestellt. Auf diese Weise würden die Versicherer die Einordnung der Informationen erschweren.  

Zufrieden zeigte sich die BaFin indes mit der Verständlichkeit der Texte. Hier hätten die Versicherer „angemessene Informationen“ unternommen die Informationen so darzustellen, dass auch der durchschnittliche Versicherungsnehmer sie verstehe, lobte die BaFin.  

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