"Voreilig und verantwortungslos": Verdi lässt Verhandlungen platzen

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Gewerkschaft ver.di hat die Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag für den Versicherungsinnendienst für gescheitert erklärt. Das liegt auch an einer veränderten Forderung der Arbeitgeber. Wie es mit den Streiks weitergehen soll.

Einige tausend Innendienstangestellte haben bereits gestreikt. Nun will die Gewerkschaft ver.di die Arbeitskampfmaßnahmen spürbar verstärken.

Einige tausend Innendienstangestellte haben bereits gestreikt. Nun will die Gewerkschaft ver.di die Arbeitskampfmaßnahmen spürbar verstärken. Bild: Picture Alliance

Die diesjährigen Verhandlungen über den Abschluss eines neuen Tarifvertrags für den Versicherungsinnendienst sind ein Kampf mit harten Bandagen. Nachdem sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite auch in der dritten Verhandlungsrunde am vergangenen Freitag in Hamburg nicht einigen konnten, hat die ver.di-Tarifkommission die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Ein neuer Verhandlungstermin wurde vorerst nicht vereinbart.

Die ebenfalls mitverhandelnde Gewerkschaft DHV nannte den Abbruch der Verhandlungen "voreilig und verantwortungslos". Die DHV nannte die vorher erfolgten Verhandlungen konstruktiv. "Mit Abbruch der Verhandlungen hat verdi den Beschäftigten der Versicherungen einen Bärendienst erwiesen. Sowohl im Innen- als auch im Außendienst liegen die Verhandlungen jetzt auf Eis. Damit ist eine Gehaltserhöhung in weite Ferne gerückt", kritisierte die Gewerkschaft.

Zuvor hatten die Arbeitgeber, vertreten durch den Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e.V. (AGV), ein verbessertes Angebot abgegeben. Dieses umfasst eine Erhöhung der Gehälter, auch für Auszubildende, um 1,8 Prozent ab dem 01. November 2017 und eine weitere Erhöhung um 1,5 Prozent per 01. Februar 2019. Die Laufzeit solle 36 Monate betragen, rückwirkend ab dem 01. April 2017.

Standpunkte weit auseinander

Zu wenig für die Gewerkschaft ver.di. Sie fordert unter anderem eine sofortige Anhebung der Vergütungen um 4,5 Prozent bei einjähriger Laufzeit. Das Angebot des AGV würde hingegen zu Reallohnverlust führen. Zudem geht es ver.di um den Abschluss eines Zukunftstarifvertrags, dessen 10 Punkte die Angestellten besser vor digitalisierungs-bedingtem Stellenabbau schützen sollen.

Doch auch dabei ist man nicht auf einer Wellenlänge mit dem AGV. Dieser schlug hingegen vor, dass sich beide Parteien gegenseitig bis zum 31. Oktober Vorschläge zum Thema Digitalisierung als Verhandlungsgrundlage unterbreiten sollen.

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