Verdi: Heute Innendienst-Streiks in 16 Städten

Versicherungen von Florian Burghardt

Ende Juni hatte die größte Gewerkschaft wutentbrannt die Tarifverhandlungen platzen lassen und kontert nun mit weiteren Warnstreiks. Wo die Versicherungsangestellten heute auf die Straße gehen und welchen Plan Verdi verfolgt.

Wie hier Ende Mai in München sind heute Innendienstangestellte in 16 Städten zu Warnstreiks aufgerufen.

Wie hier Ende Mai in München sind heute Innendienstangestellte in 16 Städten zu Warnstreiks aufgerufen. Bild: Verdi

Die Gewerkschaft Verdi hat die Angestellten im Versicherungsinnendienst für heute zu weiteren Warnstreiks in 16 Städten aufgerufen. Geplant sind Arbeitsniederlegungen in den folgenden Versicherungsstandorten:

  • Berlin  
  • Bremen  
  • Duisburg  
  • Düsseldorf  
  • Frankfurt/Main  
  • Hamburg  
  • Hannover  
  • Karlsruhe  
  • Kassel  
  • Kiel  
  • Koblenz  
  • Köln  
  • Mannheim  
  • Münster  
  • München  
  • Stuttgart

Außerdem soll es im Saarland und in Leipzig zu Protestaktionen durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommen.

Zurück an den Verhandlungstisch?

Mit der Verschärfung der Arbeitskampfmaßnahmen will die größte Gewerkschaft ihren Weg zurück an den Verhandlungstisch ebnen. Die Gespräche hatte Verdi Anfang Juni abrupt abgebrochen und dafür auch heftige Kritik von einem ihrer Mitstreiter kassiert.

Nun soll mit erhöhtem Druck die Diskussion um einen neuen Tarifvertrag wieder aufgenommen werden. "Wir erwarten, dass die Arbeitgeber ihre Verweigerungshaltung aufgeben und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen", so Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister.  

Mit den heutigen Aktionen erreichen die Warnstreiks der Versicherungsangestellten ein neues Ausmaß. Nachdem Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der zweiten Verhandlungsrunde auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen waren, hatte Verdi bereits mit Arbeitskampfmaßnahmen gedroht. Ende Mai war es dann erstmals in diesen Tarifverhandlungen zu vereinzelten Warnstreiks in rund einem halben Dutzend Städte gekommen.

Tiefe Gräben

Für eine Einigung müssten wahrscheinlich beide Parteien große Schritte aufeinander zu machen. Verdi fordert unter anderem eine sofortige Gehaltserhöhung um 4,5 Prozent und den Abschluss eines Zukunftstarifvertrags, der die Angestellten vor allem besser vor digitalisierungs-bedingtem Stellenabbau schützen soll.

Das letzte Angebot der Arbeitgeber, vertreten durch den Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e.V. (AGV), hatte deutlich darunter gelegen. Den Zukunftstarifvertrag hatten die Arbeitgeber in der von Verdi vorgeschlagenen Form vollständig abgelehnt. 

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