Starkniederschläge und Sturzfluten 2016: Nur „Spitze des Eisbergs“

Versicherungen von Michael Fiedler

Zurich hat die Folgen aus den Starkregen-Ereignissen 2016 analysiert. „Das, was meteorologisch denkbar und möglich ist, ist bisher noch gar nicht eingetreten“, heißt es darin. Prävention und Risikobewusstsein müssten dringend gestärkt werden.

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Ein Anwohner beseitigt am 03.06.2016 im niederbayerischen Simbach (Bayern) die Folgen der Flut, die die Stadt am Inn einen Tag zuvor heimsuchte. Foto: Christof Stache/BJV/dpa

Mittwoch, 01. Juni 2016, Niederbayern: Der Simbach, ein Nebenfluss des Inn, erreicht an diesem Tag einen Höchststand. Liegt der Normalpegel bei 50 Zentimeter, steigt das Wasser an diesem Tag auf das Zehnfache, auf über fünf Meter an. Binnen kürzester Zeit fallen 175 Liter pro Quadratmeter Regen. Sieben Menschen sterben. Baumstämme, Autos, Öltanks treiben durch die Stadt Simbach, Rottal-Inn. „Gesperrt!“ oder „Öl im Keller“ sprühen Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks an Hauswände. In Bayern wird es den ganzen Juni 2016 über nur einen einzigen Tag ohne Regen geben.

Längst nicht das einzige Schadenereignis aus 2016, das sich dieser Tage jährt: So legte ein Tornado am 07. Juni 2016 die Hansestadt Hamburg lahm. Abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller - mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter sorgten für Dauereinsätze von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.

Zu dieser Zeit ist Braunsbach in Württemberg teilweise noch immer ohne Strom und Trinkwasser. Die Zufahrtsstraße war geborsten nachdem drei kleine Bäche am 29. Mai 2016 über die Ufer traten. Auch hier drängt die Flut Bäume, Autos, Öltanks durch die Straßen, gegen und durch die Häuser. Schlamm der umliegenden Felder und Geröll kommen hinzu. Die Bilanz: Die Hälfte der Häuser ist zerstört oder einsturzgefährdet. Das THW räumt 2.000 Tonnen Schutt in den ersten Tagen nach der Katastrophe.

„[...] Infrastruktur wurde zu nahe an kleinen Gewässern gebaut, die sich bei Sturzfluten zu reißenden Strömen entwickeln können. Anstatt sich hauptsächlich auf große Flusssysteme zu konzentrieren, muss das Wissen um kleinräumige Prozesse wie Engstellen und mögliche Verstopfungen durch Äste oder Geröll beim Risikomanagement berücksichtigt werden“, erklärt Michael Szönyi, Leiter des Flood Resilience Program bei Zurich. Im Rahmen dieses Programms untersuchte Zurich jene Sturzfluten, die im Frühsommer 2016 in mehreren Orten Deutschlands heftige Schäden verursachten. Die Ergebnisse wurden im neuesten PERC-Bericht (Post-Event-Review-Capability) veröffentlicht (PDF, englisch).

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