softfair-Kauf: „Wir gewährleisten größtmögliche Neutralität“

Berater Top News von Matthias Hundt

procontra sprach mit Norbert Porazik über den brisanten softfair-Coup. Der Wettbewerb prüft derzeit kritisch die Folgen und ein erster Kunde beendete direkt die Zusammenarbeit.

Norbert Porazik_Fonds Finanz

Fonds-Finanz-Chef Norbert Porazik ist über die neue Muttergesellschaft "Finanzsoft GmbH" nun auch Eigentümer der softfair GmbH_Foto: Fonds Finanz

Der Kauf des IT-Hauses softfair durch die Finanzsoft GmbH sorgte in der Makler(pool)-Branche für Aufsehen. Denn die Gründer der Finanzsoft GmbH, Norbert Porazik und Markus Kiener, stehen zugleich an der Fonds-Finanz-Spitze. Klar, dass einige Wettbewerber die Zusammenarbeit mit dem IT-Haus „kritisch prüfen werden“, wie beispielsweise maxpool-Chef Oliver Drewes gegenüber procontra angab. Ob maxpool hinter der ersten Kündigung (siehe Antwort unten im Interview) steckt, wollten weder Oliver Drewes noch Norbert Porazik preisgeben. 

procontra: Was waren die Beweggründe softfair zu kaufen?

Norbert Porazik: Im Prinzip haben wir die Gunst der Stunde genutzt. Bis November vergangenen Jahres kannte ich Hartmut Hanst (Anm. d. Red.: bisheriger Inhaber von softfair) nicht persönlich. Aus dem Kennenlernen entwickelte sich große Sympathie und so blieben wir in Kontakt. Und als man bei softfair dann ernsthaft darüber nachdachte zu verkaufen, waren wir sehr schnell in konkreten Gesprächen.

procontra: Welche Rolle spielte dabei, dass Sie softfair erst im Sommer 2016 mit Matthias Brauch den Geschäftsführer abgeworben haben?

Porazik: Das half natürlich. Denn es war klar, dass Matthias Brauch als Geschäftsführer zurückkehren würde. Matthias Brauch hat softfair lange Jahre geprägt und im Markt verbinden ihn viele immer noch mit dem Unternehmen.

procontra: Wie haben Sie die Reaktionen im Markt wahrgenommen?

Porazik: Die fielen deutlich geringer, aber auch deutlich positiver aus als erwartet. Es gab nur wenige negative Stimmen.

procontra: Kritisch wird das Thema Datenschutz und Dateneinsicht bewertet. Immerhin sind Sie und Markus Kiener jetzt Inhaber von Fonds Finanz und der neu gegründeten softfair-Mutter Finanzsoft GmbH.

Porazik: Das stimmt. Aber jeder mit gesunden Menschenverstand kann davon ausgehen, dass Fonds Finanz weder darauf angewiesen ist, Daten abzusaugen, noch dies von Rechtswegen her tun würde. Nur mit dieser klaren Trennung der Unternehmen und Zuständigkeiten sind auch die Verantwortlichkeiten und im Zweifelsfall Haftungsfragen eindeutig zuzuweisen.

Seite 1: Die Reaktionen auf den softfair-Kauf
Seite 2: Nur ein Kunde will die Zusammenarbeit beenden

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